Montag, 16. Juni 2025

Nach Radunfall wieder fest im Sattel

Ein Tag in der Natur tut Körper und Geist gut – nicht umsonst zählen Radfahren und Wandern zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten. Manchmal genügt jedoch ein einziger Moment der Unachtsamkeit, ein rutschiger Stein, eine unübersichtliche Kurve – und schon endet der Ausflug jäh mit einem Sturz. Die gute Nachricht: Mit gezielter medizinischer Betreuung heilen die meisten Verletzungen vollständig aus.

Das schmerzt! Aber die meisten Verletzungen lassen sich sehr gut behandeln. Shutterstock - Foto: © Shutterstock / shutterstock


Ein unbedachter Tritt, ein steiler Weg, glitschige Passagen, plötzliche Hindernisse wie Steine oder Äste – schon ist es passiert: Ein Sturz, bei dem oft keine schnelle Reaktion mehr möglich ist. Auch technische Probleme am Fahrrad, Überforderung durch zu hohes Tempo oder schlechte Sichtverhältnisse können die Unfallgefahr erhöhen. Wer dabei mit Abschürfungen und Prellungen davonkommt, hat Glück, denn nicht selten führen solche Stürze zu ernsteren Verletzungen, die ärztliche Behandlung erfordern.

Der richtige Helm gehört beim Radfahren unbedingt zur Grundausstattung. - Foto: © Shutterstock / shutterstock

Helmtragen macht oft den Unterschied

Verletzungen bei Radunfällen betreffen meist den Oberkörper – Schulter, Schlüsselbein oder die Rippen, die bei einem direkten Aufprall leicht brechen können. „Häufig kommt es auch zu Handgelenksverletzungen, weil man sich reflexartig abstützt“, sagt Dr. Martin Köllensperger, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie mit Spezialgebiet Unfallchirurgie an der Bozner CityClinic. „Beim Radfahren kann man sich auch einen Skidaumen zuziehen, wenn man beim Sturz am Lenker hängenbleibt und sich dabei das Daumengelenk verletzt.“ Ellbogen sind ebenfalls gefährdet, vor allem bei schnellen Fahrten, auf unebenem Untergrund oder bei Kollisionen. In manchen Fällen, insbesondere wenn das Bein beim Sturz verdreht wird, kann es sogar zu einem Kreuzbandriss im Knie kommen. Besonders ernst wird es, wenn kein Helm getragen wird. Kopfverletzungen wie Gehirnerschütterungen oder gar Schädel-Hirn-Traumata lassen sich in vielen Fällen durch den richtigen Kopfschutz vermeiden.


Ein falscher Tritt – und schon ist es oft passiert. - Foto: © Shutterstock / shutterstock


Auch beim Wandern lauern Verletzungsrisiken – oft unscheinbar, aber nicht zu unterschätzen. Wer auf steinigen oder rutschigen Wegen unterwegs ist, kann leicht umknicken. Dabei werden die Bänder im Sprunggelenk überdehnt oder reißen sogar. Stürze können schwerwiegende Folgen haben: Brüche an Hüfte, Oberschenkel oder Handgelenken sind typische Verletzungen – insbesondere bei älteren Menschen.

Beschwerden ernst nehmen

So ernst das alles klingt – die meisten dieser Verletzungen lassen sich heute sehr gut behandeln. Dank moderner Diagnostik, gezielter Therapien und enger Zusammenarbeit zwischen Orthopädie, Unfallchirurgie und Physiotherapie kann die ursprüngliche Beweglichkeit in vielen Fällen vollständig wiederhergestellt werden. „Bei komplizierteren Brüchen oder Rissen kommen moderne Operationstechniken zum Einsatz, die Gewebe schonen und eine schnelle Rehabilitation ermöglichen“, sagt Prof. Dr. Hans-Christian Jeske, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie an der CityClinic in Bozen. Wichtig ist vor allem, Beschwerden nicht zu unterschätzen. „Auch wenn eine Schwellung oder ein Schmerz zunächst harmlos erscheint, sollte frühzeitig ärztlich abgeklärt werden, ob mehr dahintersteckt.“

Selbst nach Operationen, etwa bei Bänderrissen oder Brüchen, ermöglichen neue Verfahren und individuell abgestimmte Rehabilitationsprogramme eine schnelle Rückkehr zur Aktivität. Entscheidend ist, dass die Behandlung früh ansetzt und die Belastung kontrolliert gesteigert wird – so lässt sich oft vermeiden, dass aus einer Verletzung ein langfristiges Problem wird.

stol

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