„In den vergangenen Jahren hat sich in der Implantologie enorm viel getan“, sagt Dr. Mirko Solderer, MSc, Zahnarzt und Spezialist für Implantologie und Parodontologie in Bozen, Kurtatsch und Sterzing. „Der Trend geht klar in Richtung schnell, schonend und minimalinvasiv – um Heilungsphasen zu verkürzen und Beschwerden für die Patienten zu minimieren.“
Wenn Zähne ersetzt werden müssen
Ein Zahnverlust kann viele Ursachen haben: Karies, ein Unfall oder Parodontitis. Früher behalf man sich mit herausnehmbaren Prothesen – heute gilt das Implantat als Standard. Dabei handelt es sich um eine künstliche Zahnwurzel, meist aus Titan oder Keramik, die fest im Kieferknochen verankert wird und ähnlich wie die eigenen Zahnwurzeln in den Knochen einheilt.Darauf lassen sich Kronen, Brücken oder Prothesen befestigen. Der Vorteil: Das Implantat sitzt stabil, und der Zahnersatz darauf fühlt sich wie ein natürlicher Zahn an und lässt unbeschwertes Kauen zu. Auch die Nachbarzähne werden geschont: Wird eine Lücke mit einer herkömmlichen Brücke geschlossen, müssen nämlich die Nachbarzähne in der Regel abgeschliffen werden.
Die Erfolgsquote spricht für sich: Nach zehn Jahren sind über 95 Prozent aller Implantate noch intakt. „Bei richtiger Pflege können sie problemlos 20 Jahre oder länger halten“, betont Dr. Solderer. „Damit gehören Implantate zu den zuverlässigsten Versorgungen im Mund.“ Und sie sind mittlerweile auch weniger kostenintensiv als noch vor einigen Jahren.
Schneller, sicherer, angenehmer
Heute muss auch niemand mehr Angst vor einem „großen Eingriff“ haben. Dank 3D-Bildgebung und computergestützter Planung lassen sich Implantate millimetergenau positionieren. Das macht die Behandlung schneller, sicherer und angenehmer. „Oft setzen wir heute Sofortimplantate – das heißt, die künstliche Zahnwurzel wird unmittelbar nach der Zahnentfernung eingesetzt“, erklärt der Experte. „Häufig ohne Schnitt, ohne Nähte und auf Wunsch im Dämmerschlaf. Nach fünf Minuten ist alles vorbei.“ Voraussetzung für ein Sofortimplantat sind ein ausreichendes Maß an Kieferknochen und ein weitestgehend entzündungsfreies Operationsgebiet.Ein weiterer Vorteil: Dank präziser Vorarbeit am Computer und im Labor kann sofort ein festsitzendes Zahnprovisorium auf dem Implantat verschraubt werden. So können Patienten und Patientinnen noch am selben Tag unbeschwert kauen. Der endgültige Zahnersatz folgt wenige Wochen später. Selbst komplette Zahnsätze können heute an einem einzigen Tag ersetzt werden mit Methoden wie „All-on-X“.
„Das Ziel in der Implantologie ist immer, so schnell und so minimalinvasiv wie möglich zu arbeiten“, sagt Dr. Mirko Solderer. „Das verkürzt die Heilungsphasen, und Beschwerden werden minimiert oder ganz vermieden.“

