„Das Lehrerkollegium lehnt derzeit sämtliche außerschulischen Tätigkeiten ab“, ärgert er sich. „Mein Gespräch mit Direktor Christoph Kofler verlief leider ergebnislos. Trotz unseres Angebots, die Schüler ehrenamtlich abzuholen und zurückzubringen, sieht der Direktor aufgrund des Kollegiumsbeschlusses keine Möglichkeit zur Fortführung.“
Klartext zur Situation
„Mir ist bewusst, dass es im Hintergrund um die Gehaltsverhandlungen der Lehrpersonen geht. Doch ich habe Direktor Kofler unmissverständlich klargemacht: Es ist absolut unfair, Kinder und ehrenamtliche Vereine als Strafmaßnahme für politische Forderungen zu benutzen“, schreibt Zöggeler. „Das Argument, bei Protesten gäbe es immer Unbeteiligte, die leiden, zieht hier nicht – normale Proteste dauern keine Monate und zerstören nicht über Jahre gewachsene soziale Strukturen.“
Und der Referent fährt fort: „Ich sehe hier eine massive Ungleichheit: Während Lehrer Privilegien wie das Abo Südtirol Fix365 oder kostenloses Parken bei den Schulen genießen, arbeiten andere Branchen im öffentlichen Auftrag – wie beispielsweise in der Kinderbetreuung – unter Bedingungen, die an moderne Sklaverei grenzen – beispielsweise in Sachen Stundenlohn, fehlende Pausen, ständige Verfügbarkeit und Stundenplanänderung sowie Zwangsurlaub, wenn zu wenig Kinder betreut werden.“
Es dürfe nicht sein, dass das Ehrenamt und die sportliche Ausbildung der Jugend zum Spielball von Tarifkonflikten bleibe, obwohl bereits ein großes Entgegenkommen von Landesseite zu spüren sei, betont Zöggeler und fordert, dass das Land eingreife und die Lehrer zur Vernunft kämen.
Raiffeisen-Malwettbewerb ebenfalls boykottiert
Und wie bekannt geworden ist, hat der Grundschulsprengel Lana auch den internationalen Raiffeisen-Malwettbewerb aus den Klassenzimmern verbannt – nach Jahrzehnten aufgrund des Boykotts. Während es in anderen Schulsprengel bereits Lockerungen gibt, bleibt der Grundschulsprengel Lana unter Direktor Christoph Kofler hart – zur Enttäuschung von Eltern und Schülern. Die Raika Tisens hat beispielsweise die Eltern und Kinder dazu aufgefordert, trotzdem am Wettbewerb mitzumachen – außerhalb des Unterrichts.

