Mehr als sechs Millionen Menschen wurden unter dem nationalsozialistischen Regime Adolf Hitlers ermordet: durch Vergasung, Massenerschießungen, Hunger, Krankheit und gezielte Vernichtung. Mit einer Brutalität, die jede Vorstellungskraft übersteigt.
„ Trotz nahezu unbegrenzter Informationsmöglichkeiten, trotz Schule, Ausbildung und universitärer Bildung wissen immer mehr Menschen nichts von den Verbrechen des Zweiten Weltkriegs. ”
— Arnold Sorg
Diese dunkle Zeit hat sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt – möchte man meinen. Doch leider ist dem nicht so. Studien zeigen, dass viele Menschen heute wenig oder gar nichts mehr über den Holocaust wissen, vor allem junge Menschen.
Sie haben richtig gehört. Unfassbar, aber wahr. Trotz nahezu unbegrenzter Informationsmöglichkeiten, trotz Schule, Ausbildung und universitärer Bildung wissen immer mehr Menschen nichts von den Verbrechen des Zweiten Weltkriegs. Und schlimmer noch: Einige zweifeln sie an oder leugnen sie.
„ Der Holocaust ist kein Kapitel der Vergangenheit, das man abhaken kann. Er ist eine Warnung. ”
— Arnold Sorg
Vor diesem Hintergrund darf es kaum überraschen, dass immer wieder Politiker an die Macht gelangen – auch in Europa –, bei denen alle Alarmglocken schrillen müssten. Wer die Geschichte nicht kennt, erkennt ihre Wiederholung nicht. Wie soll man Gefahren einschätzen, wenn man ihre Ursprünge nicht versteht? Verstärkt wird dieses Problem durch soziale Medien, in denen Fake News ungefiltert verbreitet werden: Lügen, die nicht als solche erkannt werden – oder erkannt werden wollen.
Die Welt ist unsicherer geworden. Und sie wird noch unsicherer, wenn nicht entschlossen und nachhaltig in Bildung investiert wird. Denn nicht durch Prestigeprojekte, leere Schlagworte oder politische Symbolik entwickelt sich eine Gesellschaft. Sondern durch Bildung. Durch Wissen. Durch Erinnerung.
Der Holocaust ist kein Kapitel der Vergangenheit, das man abhaken kann. Er ist eine Warnung. Und diese Warnung zu verstehen, weiterzugeben und ernst zu nehmen, ist keine Option – es ist eine Verantwortung.
arnold.sorg@athesia.it

