Freitag, 13. März 2026

Andreaus kritisiert: Teurer Strom in Südtirol trotz Wasserkraft

Die Energiepreise geraten erneut unter Druck. Seit der militärischen Eskalation im Nahen Osten ist der Ölpreis zeitweise auf fast 120 Dollar pro Barrel gestiegen, während sich die Gaspreise zwischenzeitlich nahezu verdoppelt haben. Und Italien ist weiterhin unter den teuersten Strommärkten Europas. Auch Südtirol sei davon betroffen, betont Walther Andreaus von der Verbraucherschutzorganisation Robin.

Teurer Strom trotz viel Wasserkraft? - Foto: © dpa-tmn / Andrea Warnecke

Steigende Energiepreise könnten sowohl Haushalte als auch Unternehmen stark belasten und erneut die Inflation antreiben – eine Entwicklung, die Europa bereits nach dem Gaspreisschock der Jahre 2021 bis 2022 erlebt hat.

Italien weiterhin unter den teuersten Strommärkten Europas
Italien gehört weiterhin zu den Ländern mit den höchsten Strompreisen für Haushalte in Europa. Laut Daten von Eurostat liegt das Land seit Jahren im oberen Bereich der europäischen Strompreise für private Verbraucher, heißt es von der Verbraucherschutzorganisatin Robin.
Auch Südtirol sei vollständig in dieses gesamtstaatliche Stromsystem eingebunden. „Dadurch zahlen Südtiroler Haushalte dieselben hohen Strompreise wie im restlichen Italien – obwohl die regionale Stromproduktion stark von Wasserkraft geprägt ist“, heißt es von Robin.

Gaspreis bestimmt den Strompreis

Der Grund liege im aktuellen Strommarktmodell. Der Strompreis richte sich nach dem teuersten Kraftwerk, das zur Deckung der Nachfrage benötigt wird – häufig ein Gaskraftwerk.

In Italien stammen rund 45 Prozent der Stromproduktion aus Gaskraftwerken, deren Brennstoff importiert werden muss. Dadurch reagiert der gesamte Strommarkt empfindlich auf internationale Gaspreisschwankungen.

Südtirol produziert mehr Strom aus Wasserkraft, als es selbst verbraucht – und dennoch zahlen unsere Familien Gaspreise für Strom.
Walther Andreaus, Geschäftsführer Robin


„Für Südtirol ist diese Situation besonders paradox: Das Land produziert einen großen Teil seines Stroms aus günstiger Wasserkraft und weist regelmäßig Stromüberschüsse auf. Trotzdem orientiert sich der Strompreis auch hier am importierten Gas“, heißt es von Robin.

„Südtirol produziert mehr Strom aus Wasserkraft, als es selbst verbraucht – und dennoch zahlen unsere Familien Gaspreise für Strom“, sagt Robin-Geschäftsführer Walther Andreaus. „Das ist weder energiepolitisch sinnvoll noch sozial gerecht.“

stol