Montag, 23. Juni 2025

Angst vor einer Eskalation groß – Trumps „Mitternachtshammer“ macht Angst

Die USA haben sich dem Krieg Israels gegen den Iran angeschlossen und unterirdische iranische Atomanlagen bombardiert. Das Vorgehen von US-Präsident Donald Trump weckt international Befürchtungen über eine Ausweitung des Krieges im Nahen Osten. Mit dem überraschenden Angriff übergingen die USA europäische Staaten, die noch am Freitag mit Teheran über weitere Verhandlungen im Streit über das iranische Atomprogramm gesprochen hatten.

US-Tarnkappenbomber warfen nach Militärangaben bei dem Einsatz mit dem Codenamen „Mitternachtshammer“ 14 bunkerbrechende Bomben des Typs GBU-57 ab. - Video: stol

US-Tarnkappenbomber warfen nach Militärangaben bei dem Einsatz mit dem Codenamen „Mitternachtshammer“ 14 bunkerbrechende Bomben des Typs GBU-57 ab. Ziele seien die stark gesicherte Uran-Anreicherungsanlage Fordo und die Atomanlage in Natans gewesen, sagte Generalstabschef Dan Caine auf einer Pressekonferenz. Zudem seien Atomanlagen in Isfahan von einem U-Boot aus mit Marschflugkörpern beschossen worden.

Foto: © APA/afp / JOSE LUIS MAGANA

Europäer rufen zu diplomatischer Lösung auf

Während der Iran den USA mit Konsequenzen drohte, gab sich Washington trotzdem weiter gesprächsbereit gegenüber Teheran. Die israelischen Angriffe seit einigen Tagen wie auch der US-Angriff sollen verhindern, dass der Iran eine eigene Atombombe baut.

Foto: © APA



Deutschland, Frankreich und Großbritannien riefen den Iran zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. „Den Iran fordern wir auf, Verhandlungen über ein Abkommen aufzunehmen, das alle Bedenken zu seinem Atomprogramm ausräumt“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem britischen Premier Keir Starmer.

Mögliche Gegenschläge des Irans

In Teheran und weiteren iranischen Städten gab es wegen der US-Angriffe staatlich organisierte Protestkundgebungen. Zu den Demonstranten zählte auch der Präsident Massud Peseschkian, wie die Nachrichtenagentur Fars berichtete. Zu den möglichen Gegenschlägen des Irans könnten weitere Luftangriffe auf Israel, Attacken auf US-Truppen im Nahen Osten sowie eine Schließung der Schifffahrtsstraße von Hormus gehören.

US-Außenminister Marco Rubio warnte Teheran davor, die für Öltransporte aus dem Persischen Golf wichtige Seeroute zu blockieren. „Falls sie das tun, wäre das ein weiterer schwerer Fehler. Es wäre wirtschaftlicher Suizid für sie“, sagte er dem TV-Sender Fox News.

Ausmaß der Schäden bislang nicht genau bekannt

Wie groß die erzielten Schäden an den Atomanlagen seien, werde geprüft, betonte Generalstabschef Caine. Der oberste Militär der USA widersprach damit indirekt Präsident Trump, der kurz nach den Angriffen von einer völligen Zerstörung gesprochen hatte. Satellitenbilder zeigten mutmaßliche Einschlaglöcher in Fordo.

Zur Explosion dürfte es nach Caines Angaben tief in der Erde gekommen sein, weswegen oberirdisch auch kein Krater zu sehen sei. Strahlung wurde nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA nicht freigesetzt. Irans staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete, ein Bereich um die tief unter einem Gebirge gelegene Anlage Fordo sei beschädigt worden.

Mehr zum Nahost-Krieg finden Sie hier.

dpa

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