Freitag, 16. Januar 2026

Brasiliens Ex-Präsident Bolsonaro in größere Zelle verlegt

Brasiliens inhaftierter Ex-Präsident Jair Bolsonaro ist auf richterliche Anordnung hin aus seiner bisherigen Zelle in einen rund 65 Quadratmeter großen Sondertrakt verlegt worden. Das Oberste Gericht führte für die Verlegung des wegen eines Putschversuchs inhaftierten 70-Jährigen gesundheitliche Gründe an, wie es in der Entscheidung hieß, die unter anderem das brasilianische Nachrichtenmagazin „Veja“ veröffentlichte.

Brasiliens Ex-Präsident Jair Bolsonaro sitzt seit Ende 2025 in Haft. - Foto: © APA/afp / EVARISTO SA

Bolsonaro sitzt seine Strafe nun im Gefängniskomplex Papuda in der Hauptstadt Brasília in einem Sondertrakt für frühere Amtsträger und Militärangehörige ab. Die für vier Personen ausgelegte Zelle nutzt er Medienberichten zufolge allein – einschließlich Küche, Doppelbett und abgeschirmtem Außenbereich.

Bundesrichter Alexandre de Moraes betonte, die Verlegung bedeute keine Strafmilderung. Eine Ärztekommission soll zudem prüfen, ob eine Verlegung in ein Gefängniskrankenhaus notwendig ist.

Lange Haft für Putschversuch

Bolsonaro, der Brasilien von 2019 bis 2022 regierte, sitzt seit Ende November 2025 in Haft. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er nach seiner Abwahl gemeinsam mit Mitverschwörern einen Staatsstreich gegen die Regierung seines Nachfolgers Luiz Inácio Lula da Silva geplant hatte.

Angesichts seiner angeschlagenen Gesundheit hatten Bolsonaros Anwälte beantragt, dass er seine Strafe im Hausarrest verbüßen darf. De Moraes lehnte dies ab und verwies auf wiederholte Verstöße Bolsonaros gegen Auflagen sowie auf Fluchtversuche.

dpa

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