„Es ist positiv, dass künftig stärker auf europäische Plattformen gesetzt werden soll. In der Praxis jedoch wird soeben die starke Abhängigkeit von Microsoft weiter vertieft. Gerade in diesen Monaten zementieren wir diese Entscheidung, wodurch jede spätere Kursumkehr immer komplexer und kostspieliger wird“, erklärt der Landtagsabgeordnete Paul Köllensperger (Team K).
Auf ausländische Plattformen zu setzen, führe zu einem Abfluss von Mitteln für Investitionen. „Wir haben eine Informatikuniversität in Bozen, warum also nicht ein Kompetenzzentrum für digitale Souveränität aufbauen und unseren jungen Leuten ermöglichen, hier an interessanten Projekten zu arbeiten? Wir fordern von der Landesregierung ein wenig Mut und Fantasie. Wir sprechen von Brain Gain – worauf warten wir also noch?“, meint Köllensperger.
Dass der Vorschlag zur digitalen Bildung in Schulen nicht angenommen wurde, bedauert er. „Im italienischen Schulwesen gibt es seit über zwanzig Jahren hochwertige, vielfach ausgezeichnete Open Source Lösungen wie FUSS“, sagt er.
„Und dennoch setzt man weiterhin fast ausschließlich auf Microsoft Office – sogar für Schülerinnen und Schüler. So bilden wir keine digital souveränen Bürgerinnen und Bürger aus, sondern abhängige Nutzer. Wenn wir junge Menschen wirklich auf eine sich wandelnde Welt vorbereiten wollen, muss digitale Souveränität zu einem Unterrichtsinhalt werden und darf kein bloßes Schlagwort bleiben.“

