Missbrauch junger Frauen und Mädchen
Der Fall Epstein beschäftigt die Öffentlichkeit seit vielen Jahren. Der einflussreiche US-Multimillionär aus New York hatte jahrelang einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Über mehrere Jahre hinweg soll Epstein minderjährige Mädchen etwa in New York und Florida auch selbst missbraucht haben. Epstein kam 2019 im Alter von 66 Jahren in einer Gefängniszelle zu Tode.Der Finanzier hatte beste Kontakte in die High Society, was Spekulationen über die Tragweite des Skandals auslöste. Per Gesetz wurde vor einem Monat die Veröffentlichung der Akten verfügt, das Justizministerium gab Stunden vor Ablauf einer Frist ein erstes großes Paket an Daten frei.
Immer wieder Clinton
Immer wieder tauchen in den nun veröffentlichten Dateien Fotos von Ex-Präsident Bill Clinton auf – etwa beim Schwimmen im Pool mit Epsteins langjähriger Vertrauter Ghislaine Maxwell. Auf anderen Aufnahmen sieht man den Demokraten ohne Bezug zu den beiden.Ein Sprecher Clintons, Angel Urena, kritisierte die Veröffentlichung der Fotos als Ablenkungsmanöver des Weißen Hauses. Es gebe 2 Gruppen von Menschen, schrieb Urena auf der Plattform X. Eine erste Gruppe, die nichts gewusst und die Beziehung zu Epstein abgebrochen habe, bevor dessen kriminelle Taten ans Licht gekommen seien. Und eine zweite Gruppe, die auch danach ihre Beziehungen zu ihm weitergeführt habe. „Wir gehören zur ersten Gruppe.“ Keine noch so große Verzögerungstaktik von Menschen aus der zweiten Gruppe werde daran etwas ändern, schrieb er weiter.
Trump unter Druck
Der Republikaner Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder versucht, die Aufmerksamkeit auf Clinton zu lenken. Dabei behauptete er, dass dieser auf einer Privatinsel Epsteins gewesen sei. Trumps Stabschefin Susie Wiles widersprach dieser Darstellung aber: „Es gibt keine Beweise dafür“, sagte sie dem Magazin „Vanity Fair“. Ein Sprecher hatte bereits vor Jahren erklärt, Clinton sei „nie auf Little St. James Island, Epsteins Ranch in New Mexico, oder in seiner Residenz in Florida“ gewesen.Trump selbst ist wegen des Skandals in den vergangenen Wochen massiv unter Druck geraten. Noch im Präsidentschaftswahlkampf hatte er die Freigabe der Akten gefordert, dann sträubte er sich nach dem Amtsantritt. Dafür erntete er selbst im eigenen Lager Kritik. Erst auf massiven Druck unterschrieb er im November das vom US-Parlament verabschiedete Gesetz zur Veröffentlichung. Trump kannte Epstein gut, wie frühere Fotos der beiden zeigen. Allerdings gibt es keine Hinweise auf eine Verwicklung des Republikaners in den Skandal.

