Mittwoch, 17. Dezember 2025

EU-Gipfel sucht Lösung zur Nutzung russischer Vermögen

Die EU-Staats- und Regierungschefs kommen am Donnerstag in Brüssel zu einem Gipfeltreffen zusammen, das als entscheidend nicht nur für die Zukunft der Ukraine, sondern auch der EU selbst gilt. Dominiert wird das Treffen von der umstrittenen Nutzung der eingefrorenen russischen Vermögen für die Ukraine, die dringend Geld braucht.

Belgiens Regierungschef Bart de Wever ist noch nicht überzeugt. - Foto: © APA/Belga / JAMES ARTHUR GEKIERE

Selbst nach wochenlangen Verhandlungen auf Diplomatenebene wird bis zuletzt um eine Lösung gerungen. Immer noch ist Belgien, wo ein Großteil der Vermögen bei Euroclear lagert, nicht überzeugt. Auch weitere Staaten wie Ungarn oder Italien meldeten Bedenken an.

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán etwa erteilte am Mittwochabend am Rande des EU-Westbalkan-Gipfels jeder Lösung eine Absage, die den ungarischen Bürger etwas koste. Österreich ist nicht gegen die Nutzung der Gelder, sah aber bisher rechtliche Fragen, die noch zu klären waren.

Die Staatschefs hatten bei ihrem vorangegangenen Treffen Ende Oktober der Kommission den Auftrag erteilt, Finanzierungsoptionen für die klamme Ukraine zu suchen. In wenigen Monaten geht dieser das Geld aus, was auch ein baldiges Ende des Krieges - mit schlechtem Ausgang für die Ukraine und Europa - bedeuten würde.

EU-Ratspräsident Antonio Costa, der bisher die Gipfeltreffen auf einen Tag gestrafft hatte, kündigte bereits an, die Staatschefs im Notfall „tagelang verhandeln“ zu lassen. „Wie immer werde ich mich bemühen, unser Treffen auf einen Tag zu beschränken. Meine oberste Priorität ist es jedoch, die wichtigen Entscheidungen, die getroffen werden müssen, nämlich über die Finanzierung der Ukraine, zu treffen“, heißt es im offiziellen Einladungsbrief des Portugiesen.

210 Milliarden Euro eingefroren

Rund 210 Milliarden Euro an eingefrorenem russischem Staatsvermögen liegen in der EU, der Großteil davon in Belgien. Laut den Vorschlägen der EU-Kommission soll das Reparationsdarlehen bis zu 165 Milliarden Euro betragen. Kiew müsste das Geld nur dann zurückzahlen, wenn Moskau Reparationszahlungen leistet. Völkerrechtlich gilt dieses Konstrukt als legitim.

Die zweite Möglichkeit zur Finanzierung der Ukraine bestünde in der Aufnahme von neuen EU-Schulden. Das wird jedoch von vielen EU-Ländern abgelehnt, außerdem müsste es dazu wohl ein einstimmiges Votum geben - was angesichts der Opposition Ungarns als ausgeschlossen gilt.

apa

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Hermann Zanier
December 18, 2025 8:17 AM
Diebstahl bleibt Diebstahl. Wie weit ist es mit der Sorge um die Ukraine? Man verspricht 10 Kampfflugzeuge, die bestensfalls in 12 Jahren flugbereit sein werden, man wendet fremdes Hab und Gut auf, das sind schäbige Liebesbekundungen