Freitag, 3. Oktober 2025

Flughafen München lahmgelegt – Söder: „Abschießen statt Abwarten“

Nach der erneuten Sichtung von Drohnen in der Nähe des Münchner Flughafens hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mehr Rechte für die Polizei des Landes gefordert. Die bayerische Polizei müsse in die Lage versetzt werden, Drohnen sofort abzuschießen, sagte Söder der „Bild“-Zeitung.

Nichts geht mehr am Flughafen München, hieß es nach dem Drohnenalarm. - Foto: © APA/dpa / Karl-Josef Hildenbrand

Er wiederholte damit eine bereits seit längerer Zeit erhobene Forderung. Bayern wolle bereits in der nächsten Kabinettssitzung am kommenden Dienstag ein Schnellgesetz auf den Weg bringen.

„Die Drohnenvorfälle zeigen den großen Druck. Ab jetzt muss gelten: Abschießen statt Abwarten! Und zwar konsequent! Unsere Polizei muss Drohnen sofort abschießen können“, sagt Markus Söder. - Foto: © ANSA / CLEMENS BILAN

„Abschießen statt Abwarten! Und zwar konsequent“

„Die Drohnenvorfälle zeigen den großen Druck. Ab jetzt muss gelten: Abschießen statt Abwarten! Und zwar konsequent! Unsere Polizei muss Drohnen sofort abschießen können.“ Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung war es bis August in diesem Jahr bereits zu sechs Drohnensichtungen um den Münchner Flughafen gekommen.

Foto: © APA

In der Praxis eher unüblich

Der Abschuss von Drohnen über zivilem Gelände gilt in der Wissenschaft nicht als probates Mittel. Zwar ist ein Abschuss rechtlich unter bestimmten Voraussetzungen möglich, wird aber in der Praxis kaum angewandt, wie die Expertin Verena Jackson von der Universität der Bundeswehr in München sagte.

Grund sind große Gefahren, etwa durch herabfallende Trümmer oder möglicherweise explosive Last der Drohne. Auch bei den jüngsten Drohnensichtungen etwa in Dänemark haben die dortigen Behörden von einem Abschuss abgesehen.

Wegen Drohnensichtungen sind am Flughafen in München zahlreiche Flüge ausgefallen – rund 3.000 Passagiere waren davon betroffen (hier lesen Sie mehr dazu).

dpa