Montag, 18. August 2025

Freier Seezugang: Nun nimmt die Gemeinde Kaltern Stellung

Die Diskussion um einen neuen öffentlichen Seezugang am Kalterer See sorgt seit Wochen für Schlagzeilen. Verbraucherschützer Walther Andreaus will Rekurs einreichen, damit alle 68 Stege am Kalterer See öffentlich ausgeschrieben werden. Von der Gemeinde Kaltern war bislang keine Reaktion zu hören – bis jetzt.

Insgesamt 68 Stege befinden sich im Kalterer See. Verbraucherschützer Walther Andreaus will für all diese einen öffentlichen Wettbewerb einklagen. - Foto: © google earth

„Alle 68 Stege am Kalterer See müssen ausgeschrieben werden“ – das sagte Walther Andreaus von der Verbraucherschutzorganisation „Robin“ im Exklusiv-Interview mit STOL – hier lesen Sie das gesamte Interview.

Dies hat zu vielen Reaktionen und Diskussionen geführt. Außer von der Gemeinde Kaltern selbst. Nun nimmt erstmals Bürgermeister Christoph Pillon und der für den Kalterer See zuständige Gemeinderat, Anton Anderlan, Stellung

Pillon betont in einer Aussendung, dass ein kostenloser Zugang für alle mit möglichen Folgen von vielen Einheimischen nicht gewünscht sei. Vorrang hätten der Schutz des Sees, die Bewahrung für künftige Generationen sowie ein Ausgleich der Interessen.

Der Kalterer See gilt als wärmster Alpen-See und wichtiges Naturschutzgebiet. Herausforderungen wie Klimaerwärmung, invasive Arten und fehlende Wasserpflanzen belasten das Ökosystem.

Kalterns Bürgermeister Christoph Pillon



Ein großflächiger Zugang im Bereich des landeseigenen Militärareals im Südosten sei ausgeschlossen, da es sich fast vollständig um Biotop- und Natura2000-Gebiet handle. Zudem fehle es dort an Infrastruktur. Stattdessen schlägt die Gemeinde eine sanfte Nutzung mit Naturerlebnisweg und Renaturierung vor.

Auch am Nordufer gibt es bislang keine konkreten Pläne. Die Gemeinde warnt jedoch vor einem neuen touristischen Hotspot, zusätzlichen Belastungen für Natur und Finanzen sowie laufenden Kosten für die Allgemeinheit.

Der Gemeinderat mit Zuständigkeit für den Kalterer See, Anton Anderlan



Der bestehende große Steg des gemeindeeigenen Lidos sei frühmorgens und abends kostenlos zugänglich, zudem stehe ein kleiner freier Zugang dauerhaft offen. Dessen Verbesserung sei in Absprache mit dem Land denkbar.

Bürgermeister Christoph Pillon und Gemeinderat Anton Anderlan betonen, dass Kaltern in Entscheidungen des Landes einbezogen werden müsse und fordern Lösungen auf Basis von Vernunft und Ortskenntnis.

stol

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