Ein anderes Gericht in der chinesischen Sonderverwaltungsregion verurteilte den 78-Jährigen Anfang Februar nach einem langen Prozess in einem weiteren Verfahren zu 20 Jahren Gefängnis. Zuvor hatten die Richter den Kritiker der chinesischen Regierung wegen Verschwörung zur Zusammenarbeit mit ausländischen Kräften und der Veröffentlichung aufrührerischer Publikationen schuldig gesprochen. Lai sitzt bereits seit 2021 im Gefängnis, da er früher bereits in anderen Verfahren verurteilt worden war.
Bei seinem international scharf kritisierten Urteil von Anfang Februar berief sich das Gericht auf das höchst umstrittene Sicherheitsgesetz in Hongkong, das Kritikern zufolge vom Machtapparat für politische Repressionen instrumentalisiert wird. Wegen des hohen Alters des „Apple Daily“-Gründers und seiner angeschlagenen Gesundheit wurde es gewissermaßen als lebenslängliche Strafe interpretiert. Lai, der auch einen britischen Pass besitzt, gilt als eine der bekanntesten Stimmen der prodemokratischen Bewegung Hongkongs.

