Dienstag, 10. März 2026

Israel beschießt Raketenabschussvorrichtung im Iran

Die israelische Armee hat nach einer neuen Angriffswelle des Iran eine Abschussvorrichtung für Raketen in der Islamischen Republik beschossen. Die Armee teilte am Dienstag mit, sie habe die Abschussvorrichtung getroffen, „von der vor kurzer Zeit Raketen auf den Staat Israel abgefeuert wurden“. Inmitten der weiter heftigen Kämpfe brachte US-Präsident Donald Trump überraschend ein baldiges Kriegsende ins Spiel: „Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet“, sagte er.

Aus der Sicht Trumps ist der Iran-Krieg so gut wie beendet. - Foto: © APA/GETTY IMAGES NORTH AMERICA / ROBERTO SCHMIDT

Am Montagabend hatten iranische Raketenangriffe in Israel erneut Luftalarm ausgelöst. Die Armee erklärte, sie habe iranischen Raketenbeschuss festgestellt und versuche, die Raketen abzufangen. In mehreren Teilen des Landes brachten sich Menschen in Schutzräumen in Sicherheit. Nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom wurde niemand getötet oder verletzt.

Kurz zuvor hatte die israelische Armee eine erneute Angriffswelle gegen die iranische Hauptstadt Teheran gestartet. Die Angriffe richteten sich demnach gegen „terroristische Ziele“.

Die USA und Israel hatten Ende Februar den Iran aus der Luft angegriffen. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagierte mit Angriffen auf Israel sowie auf mehrere Golf-Staaten und US-Einrichtungen in der Golf-Region. Israel und die USA begründen den Krieg mit der Bedrohung durch Irans Raketen- und Atomprogramm.

„Sie haben keine Marine, keine Kommunikationssysteme, sie haben keine Luftwaffe“, zitierte der US-Sender CBS News Trump nach einem Telefoninterview. Der Krieg verlaufe „weit vor dem Zeitplan“. Das Hauptrisiko sei vorbei. Der US-Präsident legte sich aber nicht auf einen konkreten Zeitpunkt fest.

Iran will Angriffe fortsetzen

Die iranischen Revolutionsgarden, die zweite Säule der Streitkräfte und Elite-Streitmacht, reagierten scharf auf Trumps Äußerungen. „Wir sind diejenigen, die über das Ende des Krieges entscheiden“, hieß es in einer von der Nachrichtenagentur Tasnim verbreiteten Mitteilung. „Die Bedingungen auf dem Schlachtfeld und das Ende des Krieges liegen in den Händen der Islamischen Republik.“

Nach den Worten von Außenminister Abbas Araqchi wird der Iran seine Raketenangriffe „so lange wie nötig“ fortsetzen. Araqchi sagte am Montag (Ortszeit) im US-Fernsehsender PBS News, die Angriffe auf sein Land dauerten an, der Iran sei aber darauf „vorbereitet“. Neue Gespräche mit den USA schloss der iranische Außenminister aus. Teheran habe zuletzt eine „sehr bittere Erfahrungen mit Gesprächen mit den Amerikanern gemacht“, sagte Araqchi. Er gehe daher nicht davon aus, „dass Gespräche mit den Amerikanern noch auf unserer Tagesordnung stehen werden“.

Das israelische Militär nahm zuletzt nach eigenen Angaben in zwei großen Angriffswellen militärische Ziele im Iran ins Visier. In der Hauptstadt Teheran sei eine Kommandozentrale der zu den Revolutionsgarden gehörenden Al-Quds-Brigaden und in Isfahan eine Stätte zur Herstellung und Lagerung von Waffen getroffen worden, hieß es in einer Mitteilung. Irans Streitkräfte haben als Reaktion auf die Luftangriffe Ziele in mehreren Ländern der Region attackiert.

Trump will Straße von Hormus „übernehmen“

Trump warnte den Iran davor, weiter die weltweite Ölversorgung zu stören. Die für die Schifffahrt und die Energieversorgung wichtige Straße von Hormus zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel müsse offen bleiben, sagte der US-Präsident. Er denke darüber nach, sie zu „übernehmen“. Was er damit meinte, blieb offen. Zuvor hatte er bereits angekündigt, die US-Marine könne durchfahrende Schiffe zur Not eskortieren.

Seit Beginn der amerikanisch-israelischen Attacken auf den Iran und Teherans Gegenangriffen passieren kaum noch Schiffe die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. In Friedenszeiten läuft täglich rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels durch die Straße von Hormus. Der Iran weist Berichte über eine vollständige Sperrung der Straße von Hormus zurück.

Bei einem iranischen Angriff auf Bahrain kam nach Angaben aus dem Golfstaat eine 29-jährige Frau ums Leben. Acht weitere Menschen seien bei der Attacke auf ein Wohnhaus in der Hauptstadt Manama verletzt worden, teilte das Innenministerium mit. Irans Präsident Masoud Pezeshkian hatte zuletzt ein Ende der Luftangriffe auf die regionalen Nachbarländer in Aussicht gestellt, wenn von diesen keine Attacken auf den Iran ausgingen. Dennoch meldeten mehrere Golfstaaten weiterhin Angriffe mit Raketen und Drohnen aus dem Iran.

Im Iran nahmen laut staatlichen Medienberichten Hunderttausende Menschen an organisierten Solidaritätskundgebungen für den neuen Revolutionsführer Mojtaba Khamenei teilgenommen. In Teheran bekundeten Menschen demnach trotz der Gefahr von Raketenangriffe der USA und Israels dem obersten Führer ihre Treue. Aufnahmen des staatlichen Fernsehens zeigten Autokorsos sowie Menschen mit iranischen Fahnen. Laut Staatsmedien erklärten die Demonstrierenden, gemeinsam mit dem neuen Führer den Konflikt bis zum „endgültigen Sieg“ fortsetzen zu wollen.

apa

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