Dienstag, 19. August 2025

Kalterer See: Nerven scheinen blank zu liegen

Seit Wochen beherrscht die Diskussion rund um den freien Zugang und einen geplanten Rekurs wegen der 68 Stege am See die Schlagzeilen. Verbraucherschützer Walther Andreaus will durch einen Rekurs eine öffentliche Ausschreibung erwirken, die Gemeinde Kaltern winkt ab, und das Land schweigt – ganz anders als so mancher Funktionär vor Ort.

Der Zankapfel: Die Stege am Kalterer See und ein von Verbraucherschützern geforderter größerer freier Zugang zum See. - Foto: © DLife/Andrea Giacomelli

Die Geschichte ist mittlerweile bekannt: „Alle 68 Stege am Kalterer See müssen ausgeschrieben werden“, forderte Walther Andreaus von der Verbraucherschutzorganisation Robin im Exklusiv-Interview mit STOL (hier das gesamte Interview).

Während die Gemeinde Kaltern dem gelassen entgegensieht und einem Rekurs keine Chance gibt, hält Andreaus dagegen: Die Gesetze gelten auch für die Gemeinde Kaltern (hier lesen Sie mehr dazu).

Eine gütliche Einigung scheint nicht in Sicht: Andreaus hält an seinem Rekurs fest, und das Land Südtirol als Eigentümer schweigt.

Journalisten bei Dreharbeiten verbal angegriffen

Wie sehr das Thema die Kalterer Bürger bewegt und polarisiert, zeigte sich vor wenigen Tagen am Kalterer See: Die RAI-Journalistin Ute Niederfriniger und Kamerareporter Georg Jocher wurden bei Dreharbeiten zum Thema verbal angegriffen.

Ein ehemaliger Sportfunktionär, früherer Gemeinderat und im Frühjahr noch SVP-Gemeinderatskandidat, beschimpfte das Team, warf ihm politisch beeinflusste Berichterstattung vor und meinte, es solle sich besser einen neuen Job suchen.

„Inakzeptabler Versuch, die freie und unabhängige Berichterstattung zu delegitimieren“

Die Journalisten-Gewerkschaft Trentino-Südtirol brachte in einer Aussendung ihre volle Solidarität mit den Journalisten zum Ausdruck. „Verbale Angriffe dieser Art stellen einen inakzeptablen Versuch dar, die freie und unabhängige Berichterstattung zu delegitimieren, und werden als Angriff auf die Pressefreiheit gewertet, wie sie in Artikel 21 der italienischen Verfassung verankert ist“, heißt es in der Stellungnahme.

Die Gewerkschaft ruft alle politischen Akteure dazu auf, die Arbeit von Medienschaffenden zu respektieren und das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung zu schützen.

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stol

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