Frauen übernehmen nach wie vor den Großteil der Erziehungs- und Pflegearbeit. Erwerbsunterbrechungen und Teilzeitarbeit führen häufig zu einer Lohnlücke, aus der im Alter eine erhebliche Rentenlücke entsteht. „Frauen erhalten heute im Durchschnitt nur etwa halb so viel Altersrente wie Männer“, erklärt Gebhard. Mit ihren Gesetzentwürfen wolle man dieser strukturellen Ungleichheit entgegenwirken.
Das Thema ist nicht neu. Bereits 2009 hatten die SVP-Frauen mit der Initiative „Danke Mami“ auf die Benachteiligung von Frauen durch Erziehungs- und Pflegezeiten aufmerksam gemacht. Damals wurden über 100.000 Unterschriften gesammelt, um die italienische Regierung auf den dringenden Handlungsbedarf hinzuweisen. „Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2026 und von römischer Seite ist in diesem Bereich leider noch immer zu wenig passiert“, betont Gebhard.
Der erste Gesetzentwurf sieht vor, Erziehungszeiten bei der Dienstaltersrente künftig stärker zu berücksichtigen. Konkret soll das Renteneintrittsalter für erwerbstätige Mütter um ein Jahr pro Kind gesenkt werden. Dieselbe Regelung soll auch für die Altersrente (pensione di vecchiaia) gelten. Ziel sei es, der Erziehungsarbeit von Müttern jene gesellschaftliche Anerkennung zu geben, die sie verdiene.
Der zweite Gesetzentwurf zielt auf eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ab. Vorgesehen ist eine Verdoppelung der Tage, an denen Eltern zur Betreuung erkrankter Kinder von der Arbeit fernbleiben können – von derzeit zehn auf zwanzig Tage pro Jahr, bei vollem Gehalt und mit aufrechter Beitragszahlung.
Abschließend verweist die Vorsitzende der SVP-Frauen darauf, dass neben ihren Initiativen auch weitere ähnliche parlamentarische Vorstöße in den kommenden Wochen behandelt werden. Erste Gespräche hätten gezeigt, dass parteiübergreifend Einigkeit über den bestehenden Handlungsbedarf bestehe. Mit ihren Vorschlägen wolle sie einen konstruktiven Beitrag zur parlamentarischen Debatte und zur Lösungsfindung leisten, so Gebhard.

