Dabei ist die Lage klar: Wenn in Südtirols Klassen einheimische Kinder und ihre Muttersprache zur Minderheit werden, ist das kein kultureller Reichtum, sondern ein pädagogischer Notfall. Dann braucht es keinen runden Tisch, sondern einen Kurswechsel.
In Deutschland hat man diesen Punkt erkannt, in Südtirol ist entschlossenes Handeln noch dringender. Der Vorstoß von Stauder und Steger geht in die richtige Richtung. Die SVP-Pläne reichen von Spracherhebungen im Kindergarten bis zur Mitwirkungspflicht der Eltern.
Wer ernsthaft Lösungen will, muss zugeben: An solchen Maßnahmen führt kein Weg vorbei. Alles andere ist Realitätsverweigerung und nationalistisches Getue – meist ausgerechnet von jenen, die selbst kaum drei fehlerfreie Sätze in der anderen Landessprache zustande bringen.
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