Gerade für die Zeit nach 2027 brauche die Kohäsionspolitik mehr denn je eine Zusammenarbeit auf mehreren politischen Ebenen im Sinne einer echten Multi-Level-Governance sowie ein starkes Partnerschaftsprinzip, das auf Vertrauen in die Fähigkeit der Gebiete aufbaut, regionale Entwicklungsstrategien umzusetzen, die den tatsächlichen Bedürfnissen vor Ort entsprechen, unterstrich der Landeshauptmann. „Das Land Südtirol ist ein bestes Beispiel dafür, wie lokale Stärkung auf Grundlage der politisch-administrativen Autonomie zu einem vorbildlichen Einsatz von EU-Mitteln führt. Sowohl das EFRE-Programm als auch jenes des ESF+ unseres Landes zählen in Italien zu den Spitzenreitern, was die Umsetzungskapazität betrifft.“
Wie bereits in der Vergangenheit fand die Position von Landeshauptmann Kompatscher breite Zustimmung bei allen italienischen Regionen, einschließlich jener mit Sonderstatut sowie beim Trentino. Inzwischen verfügen laut Kompatscher viele lokale Verwaltungen über eine hohe Verwaltungskompetenz im Umgang mit EU-Mitteln, die auf zentralstaatlicher Ebene oft nicht im gleichen Maß vorhanden ist.
Hinzu kommen die offenen Fragen rund um das zentralisierte Umsetzungsmodell des Wiederaufbaufonds PNRR, dessen Abschluss noch aussteht und für den bisher weder eine unabhängige noch eine wissenschaftlich fundierte Bewertung von Leistung, Wirksamkeit und Effektivität der Maßnahmen vorliegt.

