Montag, 19. Januar 2026

Lage in Syrien bleibt weiter angespannt

Trotz eines angekündigten Waffenstillstands zwischen Regierungstruppen und den kurdisch angeführten Milizen bleibt die Lage im Norden Syriens weiter angespannt. Beide Seiten werfen sich erneut gegenseitige Angriffe vor. Sorge besteht vor allem um die bisher von den Kurden kontrollierten Gefängnisse für Mitglieder der Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Schon jetzt soll es zu Ausbruchsversuchen gekommen sein.

Nach angekündigter Waffenruhe zischen kurdischen Milizen und Armee. - Foto: © APA/AFP / BAKR ALKASEM

Die Regierung von Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa hatte am Sonntagabend nach erneuten Gefechten im Konflikt mit den kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) einen Waffenstillstand angekündigt. Regierungstruppen waren mit Hilfe arabischer Stammeskämpfer zuvor in Gebiete vorgerückt, die seit Jahren von den SDF kontrolliert werden.

Die Einigung sieht nach Angaben aus Damaskus unter anderem vor, dass die Regierung die Kontrolle über die Provinzen al-Raqqa und Deir ez-Sur von den SDF übernimmt. SDF-Kämpfer sollen in staatliche Strukturen integriert werden. Damaskus soll die Kontrolle an Öl- und Gasfeldern und Grenzübergängen im Nordosten übernehmen.

Die kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) warfen den mit der Regierung in Damaskus verbündeten Fraktionen vor, unter anderem ihre Stellungen in der Provinz al-Raqqa angegriffen zu haben.

Aus Kreisen der syrischen Armee hieß es, die Streitkräfte seien selbst erneut von den SDF angegriffen worden. Demnach ist es zu einem Angriff im Bereich des Tishrin-Staudamms gekommen. Dabei seien drei Soldaten getötet worden. Weitere sollen verletzt worden sein. Zuvor hieß es aus den Militärkreisen, dass SDF-Kämpfer sich dort zunächst geweigert hätten, abzuziehen. Der Staudamm ist wichtig für die Strom- und Wasserversorgung in Syrien und liegt auch in einer strategisch wichtigen Lage.

apa

Kommentare
Kommentar verfassen
Bitte melden Sie sich an um einen Kommentar zu schreiben
senden