Donnerstag, 21. August 2025

Meloni gesteht gegenüber Trump, Medien zu meiden: „Respektlosigkeit“

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni ist wegen eines von Medien aufgeschnappten Gesprächs während eines Treffens mit US-Präsident Donald Trump in Washington ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Darin gestand sie, mit italienischen Medien nicht sprechen zu wollen. Der italienische Journalistenverband (FNSI) kritisierte die Premierministerin scharf.

Ministerpräsidentin Giorgia Meloni steht in der Kritik. - Foto: © ANSA / FILIPPO ATTILI - ufficio stampa

Auslöser der Kontroverse sind zwei kurze aufgenommene Gesprächsausschnitte, die die Tageszeitung „La Stampa“ nach Abschluss des Treffens auf ihrer Webseite veröffentlichte.

In einem Clip äußert sich der finnische Präsident Alexander Stubb überrascht darüber, dass Trump Journalisten zum Ukraine-Gipfel zugelassen habe. Daraufhin hört man Meloni sagen: „Ich will nie mit meiner Presse sprechen.“

In einem weiteren Clip fragt der US-Präsident, ob jemand Fragen der Medien zulassen wolle. Meloni lehnt ab: „Wir sind zu viele, das würde zu lange dauern.“

„Das ist Propaganda, keine Information“

Die Reaktionen aus der italienischen Politik und den Medien ließen nicht lange auf sich warten. „Dass die italienische Ministerpräsidentin Journalisten und ihre Fragen nicht schätzt, ist bekannt. Seit Jahren ersetzt sie Pressekonferenzen durch lange Online-Monologe, ohne Gegenfragen, ohne Widerspruch. Das ist Propaganda, keine Information“, erklärte Alessandra Costante, Chefin des Journalistenverbands. Der fehlende Respekt gegenüber der Presse habe sich deutlich gezeigt.

Verteidigt wurde die Regierungschefin indes von ihren eigenen Parlamentariern. Laut ihrer Partei stecke hinter der Kritik bloß „Neid“.

apa

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