Freitag, 10. April 2026

Michelangelos David im Wahlkampf: Kritik an General Vannacci

In Italien ist eine politische Kontroverse um die Verwendung eines der bekanntesten Kunstwerke des Landes entbrannt. Auslöser ist die Darstellung von Michelangelos David im Zusammenhang mit dem Symbol der rechtspopulistischen Partei „Futuro Nazionale“ („Nationale Zukunft“) des ehemaligen Generals Roberto Vannacci auf Wahlplakaten. Angaben zufolge soll keine Genehmigung zur Nutzung des Bildes erteilt worden sein. Vannacci weist die Vorwürfe zurück.

Roberto Vannacci weist die Vorwürfe zurück. - Foto: © ANSA / ANSA/MASSIMO PERCOSSI

Nach Angaben der Galleria dell'Accademia in Florenz, die die weltberühmte Marmorstatue aufbewahrt, habe es keine Genehmigung für die Nutzung des Bildes der Statue zu politischen Zwecken gegeben. Das Museum erklärte, Maßnahmen zum Schutz des Kulturerbes eingeleitet zu haben. Kritiker sprechen von einer unzulässigen Nutzung eines staatlichen Kulturguts.

Bürgermeisterin von Florenz protestiert

Vertreter der Stadt Florenz forderten Aufklärung vom Kulturministerium in Rom. Die Bürgermeisterin von Florenz, Sara Funaro, sprach von einem inakzeptablen Vorgehen und warf Vannacci vor, sich kulturelle Symbole der Stadt aneignen zu wollen. Auch Vertreter der Demokratischen Partei (PD), Italiens stärkster Oppositionspartei, bezeichneten die Nutzung des Bildes als nicht autorisiert und rechtlich problematisch.

Vannacci selbst wies die Vorwürfe zurück. Es handle sich um eine symbolische Verwendung der David-Darstellung ohne kommerzielle Absicht, erklärte er. Sollte die Nutzung nicht regelkonform sein, werde das Bild ersetzt. Zugleich verteidigte er den Bezug auf den „David“ als Symbol des Kampfes eines vermeintlich Schwächeren gegen einen übermächtigen Gegner. Der Streit reiht sich in eine Serie politischer Auseinandersetzungen in Italien um Symbole, Kunst und öffentliche Darstellung ein.

Vannacci: „Meloni nicht rechts genug“

Der aus der rechten Lega ausgetretene Europaabgeordnete Vannacci ist im Februar der Fraktion „Europa der souveränen Nationen“ (ESN) im Europäischen Parlament beigetreten. ESN gilt als Sammelbecken für rechtsnationalistische Parteien, gegründet von der Alternative für Deutschland (AfD). Sein Ziel sei es, die griechisch-römischen Wurzeln Europas zu schützen und eine restriktive Haltung zur Migration zu vertreten, argumentierte Vannacci.

Der 57-jährige Toskaner war im Jänner aus der Lega-Partei um Vizepremier Matteo Salvini ausgetreten und arbeitet derzeit am Wachstum seiner Rechtspartei „Futuro Nazionale“, die an den italienischen Parlamentswahlen im kommenden Jahr teilnehmen will. Gleichzeitig kritisierte er die aktuelle italienische Regierung um Ministerpräsidentin Giorgia Meloni als „nicht rechts genug“. Er bekräftigte zudem seine Ablehnung von Massenmigration und der EU-Klimapolitik.

apa

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