Samstag, 13. September 2025

Nach gewaltsamen Protesten: Neuwahlen in Nepal im März

Nepals Präsident Ramchandra Paudel hat nach den tödlichen Unruhen im Land das Parlament aufgelöst und Neuwahlen für 5. März angesetzt. Dies teilte sein Büro am Freitagabend (Ortszeit) mit. Dem Schritt waren tagelange gewaltsame Proteste vorausgegangen. Wenige Stunden zuvor war die frühere Verfassungsrichterin Sushila Karki zur ersten weiblichen Interims-Ministerpräsidentin des Landes ernannt worden. Sie folgte auf K.P. Sharma Oli, der wegen der Proteste zurückgetreten war.

Die Lage in Nepal beruhigt sich wieder. - Foto: © APA/AFP / ARUN SANKAR



Der Ernennung Karkis waren zweitägige Verhandlungen zwischen Präsident Paudel, Armeechef Ashok Raj Sigdel und den Anführern der Proteste vorausgegangen.

Mindestens 51 Menschen getötet – Über 1.300 Verletzte

Bei den schwersten Unruhen in dem Himalaya-Staat seit Jahren wurden mindestens 51 Menschen getötet und mehr als 1.300 verletzt. Auslöser der landesweiten Proteste der sogenannten „Generation Z“ gegen Korruption war ein inzwischen zurückgenommenes Verbot sozialer Medien.

Die Gewalt war erst nach dem Rücktritt Olis am Dienstag abgeebbt. Am Freitag normalisierte sich die Lage in dem 30-Millionen-Einwohner-Land zusehends. Geschäfte öffneten wieder. Die Polizei trug anstelle von Gewehren wieder Schlagstöcke.


Das südliche Nachbarland Indien äußerte die Hoffnung, die Entwicklungen würden zu Frieden und Stabilität beitragen. „Herzliche Glückwünsche an die ehrenwerte Sushila Karki Ji zur Übernahme des Amtes der Ministerpräsidentin der nepalesischen Übergangsregierung“, schrieb der indische Ministerpräsident Narendra Modi auf der Online-Plattform X.

Wirtschaftliche Instabilität seit 2008

„Indien setzt sich uneingeschränkt für den Frieden, den Fortschritt und den Wohlstand der nepalesischen Brüder und Schwestern ein.“ Nepal leidet seit der Abschaffung der Monarchie im Jahr 2008 unter politischer und wirtschaftlicher Instabilität. Ein Mangel an Arbeitsplätzen zwingt zudem Millionen junger Menschen, im Ausland Arbeit zu suchen – etwa im Nahen Osten, in Südkorea oder Malaysia.

apa

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