Sonntag, 11. Mai 2025

Tragödie: Zwei Kleinkinder und ein Mann verdursten auf Schlauchboot

Ein Rettungsschiff der Hilfsorganisation Resqship hat auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa mehr als 50 aus Seenot gerettete Migranten an Land gebracht. An Bord befanden sich aber auch drei Tote – zwei Kleinkinder und ein junger Mann –, die die gefährliche Überfahrt aus Libyen nicht überlebten.

Zwei tote Kleinkinder auf im Meer treibenden Schlauchboot geborgen. - Foto: © ANSA / RESQSHIP

Nach Angaben der Hilfsorganisation war die Besatzung des Schiffes „Nadir“ durch einen Funkspruch auf ein überfülltes Schlauchboot aufmerksam geworden, das sich in der Nähe der Insel Malta in Seenot befunden habe.

Menschen an Bord Wind und Wetter schutzlos ausgeliefert

Die beiden Kinder seien bereits tot gewesen, als die „Nadir“ zu dem Schlauchboot gelangt sei. Der Mann sei trotz Wiederbelebungsversuchen gestorben.

Diesen Angaben zufolge war der Motor des Bootes auf hoher See ausgefallen. Seither seien die Menschen an Bord Wind und Wetter schutzlos ausgeliefert gewesen.

Schätzungen zufolge ertranken vergangenes Jahr mehr als 2.200 Flüchtlinge oder sind vermisst

Vermutet wird, dass die Kinder und der Mann verdursteten. Den Behörden zufolge kamen mit der „Nadir“ 57 Menschen auf Lampedusa an, wo sie nun versorgt werden. Sie stammen aus afrikanischen Ländern wie Gambia, Ghana, Nigeria und Togo.

Auf der gefährlichen Überfahrt aus dem Nahen Osten oder Afrika nach Europa kommen immer wieder Menschen ums Leben. Nach UN-Schätzungen ertranken vergangenes Jahr mehr als 2.200 Flüchtlinge oder wurden als vermisst gemeldet. Befürchtet wird, dass die tatsächlichen Zahlen noch höher liegen.

apa/stol

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