Libanon steckt seit 2019 in einer Krise
Am Sonntagnachmittag traf der Papst im Libanon ein, in dem multireligiösen Land mit 5,8 Millionen Einwohnern wurde sein Besuch mit Spannung erwartet. Ein Drittel der Bevölkerung bekennt sich zum christlichen Glauben, das Land galt lange als Vorbild für das Zusammenleben verschiedener Religionen in Nahost.Seit 2019 steckt der Libanon aber in einer verheerenden Krise, die alle Schichten der Bevölkerung betrifft: Die Menschen verarmen, der Staat ist schwach. 2020 verwüstete eine Explosion im Hafen weite Teile der Hauptstadt Beirut. Trotz eines Waffenstillstands zwischen Israel und der vom Iran unterstützten schiitischen Hisbollah-Miliz kommt es immer wieder zu tödlichen Angriffen und Kämpfen, besonders im Süden des Landes.
Umso mehr freut sich das Land auf den Papst und hofft auf eine Friedensbotschaft. Straßen wurden eigens für den Gast instandgesetzt und Plakate mit seinem Bild aufgehängt. „Der Libanon will Frieden“, ist darauf zu lesen. Der Papst wollte unter anderen Präsident Joseph Aoun, einen Christen, den schiitischen Parlamentspräsidenten Nabih Berri und den sunnitischen Regierungschef Nawaf Salam treffen. Danach wollte er eine Rede halten.

