Die vorgezogene Wahl vom Donnerstag war die erste Wahl in Nepal nach den tödlichen Unruhen vor sechs Monaten, die zum Rücktritt des damaligen Regierungschefs Khadga Prasad Sharma Oli und zur Auflösung des Parlaments führten. Sie gilt auch als Test für den Einfluss der jüngeren Wähler. Eine Sperre von Social-Media-Plattformen hatte im September Zehntausende, meist junge Menschen auf die Straße getrieben. Sie prangerten weit verbreitete Korruption und Günstlingswirtschaft an. Im Zuge der Unruhen kamen mehr als 70 Menschen ums Leben.
Der RSP waren neben den zwei früheren Regierungsparteien Nepali Congress und Kommunistische Partei Nepals (Vereinigte Marxisten-Leninisten) die größten Siegchancen eingeräumt worden. Mit Shah, der sich seit den früheren 2010er Jahren in Nepals Hip-Hop-Szene einen Namen gemacht hatte, verbinden besonders junge Menschen die Hoffnung auf Reformen und einen politischen Neuanfang. In den einheimischen Medien wird er auch als populistisch beschrieben. Vor vier Jahren gewann er als unabhängiger Kandidat die Wahl zum Bürgermeister der Hauptstadt Kathmandu. Anfang dieses Jahres trat er zurück und schloss sich der RSP an.

