Sonntag, 8. Februar 2026

Regierende Liberaldemokraten vor Wahlsieg in Japan

Japans neue nationalkonservative Ministerpräsidentin Sanae Takaichi hat bei der Unterhauswahl vom Sonntag einen deutlichen Sieg errungen. Ihre Liberaldemokratische Partei (LDP) konnte die Mehrheit in der ersten Parlamentskammer zurückerobern, wie japanische Medien auf Basis von Wählerbefragungen nach Schließung der Wahllokale berichteten.

Takaichis Wahlstrategie ging auf. - Foto: © APA/AFP / PHILIP FONG

Demnach dürfte die LDP ihre bisherige Sitzzahl von 198 deutlich auf mehr als 300 der 465 Sitze zählenden Parlamentskammer erhöht haben. Mit ihrem bisherigen Partner, der neoliberalen Partei Ishin, könnte sie sogar auf eine Zweidrittelmehrheit kommen.

Dabei ist Takaichi als erste Frau an der Spitze der Regierung erst seit Ende Oktober im Amt. Bisher hat sie noch nicht viel erreicht. Weder ist das Budget für das im April beginnende Haushaltsjahr beschlossen, noch die durch den schwachen Yen geschürte Inflation eingedämmt. Die Realeinkommen sinken.

Die seit 1955 fast ununterbrochen regierende LDP hatte wegen Skandalen bei den vorherigen Wahlen im Unterhaus wie auch im Oberhaus die Mehrheit verloren. Gestützt von Ishin regierte sie zuletzt nur mit hauchdünner Mehrheit.

Die LDP profitierte nun von der überraschend hohen Popularität der rechtsgerichteten Takaichi. Sie habe es verstanden, über soziale Medien und im Fernsehen gezielt das Image einer starken Führungskraft zu vermitteln, die das Land wieder nach vorn bringt, sagte Axel Klein, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen, der Deutschen Presse-Agentur in Tokio.

apa

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