Seit Beginn des Kriegs zwischen Israel, dem Iran und den USA Ende Februar hatte die pro-iranische Hisbollah ihre Angriffe auf Israel intensiviert. Israel antwortete mit massiven Luftangriffen im Libanon. Allein am 8. April gab es „innerhalb von zehn Minuten über hundert Luftangriffe im ganzen Land - ohne Vorwarnung“, sagte Penninger. Israelische Angriffe töteten bisher über 2.000 Menschen. Unter den Toten sind 172 Kinder. „Es wurden ganze Familien ausgelöscht“, so Penninger.
Das Rote Kreuz fährt Rettungsdienste im ganzen Land - trotz Angriffen und zerbombter Brücken. „Wir warten jetzt länger, bis wir die Kollegen hinschicken, weil es teilweise auch Doppelangriffe gibt“, erklärte Penninger. Doppelangriffe zielen auf diejenigen ab, die am Ort eines ersten Angriffs eintreffen. Zerstörte Infrastruktur und das Abwarten von Doppelangriffen würden Rettungseinsätze verzögern. Dabei sei jede Minute wichtig, „um Menschenleben zu retten“.
Drohne tötet Mitarbeiter des Roten Kreuzes
Am Sonntag tötete eine israelische Drohne einen Mitarbeiter des libanesischen Roten Kreuzes im Südlibanon. Der Mitarbeiter Hassan Badawi sei als Rot-Kreuz-Mitarbeiter erkennbar gewesen und sein Rettungseinsatz zuvor angekündigt worden. „Er war dabei, die Trage aus dem Rettungswagen zu holen“, beschrieb Penninger. Der Angriff habe humanitäres Völkerrecht „ganz klar“ verletzt.Im Libanon sind rund eine Million Menschen auf der Flucht. 133.000 Vertriebene sind in Notunterkünften untergebracht. Mehrere Schulen wurden zu Notunterkünften umfunktioniert. Der Platz sei knapp, die Nächte kalt und regnerisch, sagte Penninger. „In Beirut schlafen Menschen auf der Straße, unter freiem Himmel.“

