Politikbeobachter standen wegen des haushohen Teilsiegs Simions unter Schock. Noch im Spätherbst habe dieser kaum 14 Prozent der abgegebenen Stimmen eingefahren, hieß es. Binnen weniger Monate habe es Simion aber geschafft, seinen Stimmanteil mehr als zu verdoppeln. Entsprechend ziehe der 38-Jährige als deutlicher Favorit in die Endrunde des Präsidentenrennens ein - das proeuropäische Lager werde Mühe haben, seinen Durchmarsch zu verhindern, so die übereinstimmende Meinung von Politologen.
Bei der Abstimmung handelte es sich um eine Wiederholungswahl. Rumäniens oberstes Gericht hatte die Wahl vom November wegen illegaler Einflussnahme Russlands annulliert, eine Wiederholung angeordnet und den rechtsextremen und pro-russischen Kandidaten Calin Georgescu, der als Sieger hervorgegangen war, ausgeschlossen. Daraufhin trat Simion in seine Fußstapfen. Er galt im Vorfeld als Favorit. Simion lehnt Militärhilfen für das von Russland angegriffene Nachbarland Ukraine ab.

