Die Infrastruktur versorgt vor allem das Pumpsystem der Transalpinen Ölleitung TAL, einer strategisch wichtigen Verbindung von Triest zu Raffinerien in Österreich, Deutschland und Tschechien. Der Schaden führte am 25. März zu einem vorübergehenden Stillstand der Anlage und zu einem dreitägigen Lieferstopp.
Da es im betroffenen, abgelegenen Waldgebiet keine Überwachungskameras gibt, konzentrieren sich die Ermittlungen auf Satellitenaufnahmen, um den genauen Zeitpunkt der Beschädigung einzugrenzen, wie friaulische Medien berichteten. Entdeckt wurden sie am 25. März. Zudem werden Daten von Funkzellen analysiert, um mögliche Bewegungen von Mobiltelefonen in der Umgebung nachzuvollziehen.
Hinweise auf gezieltes Vorgehen
Erste Spurenauswertungen deuten auf ein gezieltes Vorgehen hin: An der Basis des Masts wurden Markierungen entdeckt, die offenbar die später durchtrennten Stellen kennzeichneten. Vermutlich kamen Spezialwerkzeuge wie Trennschleifer zum Einsatz. Die Ermittlungen werden von der Anti-Terror-Staatsanwaltschaft in Triest in Zusammenarbeit mit Spezialeinheiten der Carabinieri geführt. Aufgrund der strategischen Bedeutung der Infrastruktur sind auch italienische Geheimdienste eingebunden und stehen im Austausch mit internationalen Partnern.Im Fokus steht zudem ein mutmaßlicher Sabotageversuch an der Gaspipeline Balkanstream in Nordserbien, das vergangene Woche abgewendet wurde. Nach Angaben von Serbiens Präsidenten Aleksandar Vučić wurden dort Sprengsätze nahe der Leitung entdeckt. Die Ermittler schließen derzeit keine Hypothese aus – von einer isolierten Sabotagehandlung bis hin zu einer koordinierten Aktion. Auch eine Beteiligung organisierter Kriminalität oder ausländischer Gruppen wird in Betracht gezogen.
Die TAL-Pipeline ist 753 Kilometer lang und seit 1967 in Betrieb. Sie transportiert Rohöl vom Hafen in Triest nach Deutschland, Österreich und in die Tschechische Republik. Versorgt werden Raffinerien der OMV, Bayernoil und Unipetrol (Tschechien), Gunvor und MiRO (beide Deutschland). Die TAL transportiert das Rohöl größtenteils unterirdisch und für die Öffentlichkeit unsichtbar von Triest nach Ingolstadt. Von den insgesamt 753 Kilometern Leitungslänge verlaufen 161 Kilometer durch Österreich, konkret durch die Bundesländer Kärnten, Tirol und Salzburg.

