Sonntag, 18. Mai 2025

Sinner, ein „widerwilliger Italiener“ – Artikel sorgt für politische Reaktion

„Widerwilliger Italiener“ und „Sohn der zwiespältigen Situation Südtirols“, so bezeichnete Corrado Augias (90), bekannter Journalist und Ex-EU-Parlamentarier, am Freitag Jannik Sinner in einem Artikel in der Tageszeitung „La Repubblica“. Auch Sinners Vater Hanspeter wurde für sein „verkümmertes“ Italienisch kritisiert. Gestern folgte dazu die Antwort aus Südtirol, und zwar von Landeshauptmann Arno Kompatscher persönlich.

Jannik Sinner musste sich in einem Artikel von Corrado Augias einiges anhören. - Foto: © AFP / BERTRAND GUAY

„Ich bedauere es immer sehr, wenn das Italienischsein der deutsch- und ladinischsprachigen Südtiroler beurteilt wird“, so Kompatscher in einem Brief an Augias.

Die Autonomie sei eine Erfolgsgeschichte, die allen Bürgern das Recht garantiere, ihre eigene Kultur weiterzugeben. Die Mehrheit der Südtiroler Bevölkerung bilde daher ihre Identität, indem sie das Beste aus jeder Sprache und Kultur des Gebiets schöpfe, ohne ihre eigene zu verleugnen.

„Es beunruhigt mich zu sehen, dass wir auch heute noch nicht die Lektion beherzigen, dass das Konzept eines einzigen Volkes in erster Linie zur Katastrophe der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts beigetragen hat“, schreibt Kompatscher abschließend.

ansa/stol

Kommentare
Kommentar verfassen
Bitte melden Sie sich an um einen Kommentar zu schreiben
senden