Freitag, 15. August 2025

Staatspräsident zu Besuch: Mattarella mischt sich unter die Messbesucher

Die Sicherheitsmänner standen unauffällig in den hinteren Reihen, das Kirchenschiff war gut gefüllt – und doch ahnten die meisten erst beim Friedensgruß, dass hier ein Staatspräsident im Urlaub mitfeierte. Sergio Mattarella, 84, nahm am Hochunserfrauentag in Seis am Schlern einfach Platz wie jeder andere. Kein protokollarischer Auftritt, keine abgesperrten Bänke – dafür ein Bad in der Menge, als Gemeindemitglieder und Urlaubsgäste nach der Messe die Gelegenheit nutzten, dem Staatsoberhaupt die Hand zu schütteln.

Jeder will ein Foto vom Staatspräsidenten: Sergio Mattarella (Bildmitte, hinter ihm Tochter Laura) nahm sich nach dem Besuch der italienischsprachigen Messfeier viel Zeit, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. - Video: stol

Ganz unauffällig: Sicherheitsleute im Kirchenschiff. - Foto: © DLife


Zwischen den Gläubigen: der Staatspräsident höchstpersönlich. - Foto: © DLife



Mattarella urlaubt in der Villa Ausserer, einem frisch renovierten Haus im Besitz des italienischen Heeres in Seis. (STOL hat berichtet.) Der Sommeraufenthalt in Südtirol ist mittlerweile Tradition: Es ist sein dritter in Folge. Südtirol war seit jeher bei italienischen Staatsoberhäuptern beliebt. Schon seine Vorgänger – von Sandro Pertini über Carlo Azeglio Ciampi bis Giorgio Napolitano – hatten das Land zur Sommerfrische auserkoren.

Mattarella beim Verlassen der Kirche. - Foto: © DLife



Sympathisch! Ein gut gelaunter Staatschef schüttelte Hand um Hand. - Foto: © DLife



Offizielle Termine will Mattarella in den Ferien eigentlich vermeiden. „Keine Termine“ – so lautet das Motto des Präsidenten während seiner Zeit in Seis, in der er mit Tochter Laura, Schwiegersohn und Enkelin unterwegs ist. Spaziergänge und Ausflüge ins Schlerngebiet werden diskret geplant und abseits der Öffentlichkeit durchgeführt. Selbst ein Treffen mit Landeshauptmann Arno Kompatscher wäre unbemerkt geblieben, hätte das Landespresseamt nicht nach Absprache mit dem Quirinal eine kurze Mitteilung veröffentlicht (STOL hat berichtet).

Die meiste Zeit verbringt er bei Wanderungen, im kleinen Kreis mit der Familie – oder eben in der Dorfkirche, mitten unter den Menschen, die ihn an diesem Feiertag so herzlich empfingen.

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kn

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