Mittwoch, 14. Mai 2025

Stichwahlen Bozen und Meran: Wahlbeteiligung ist Sorgenkind

Die Wahlbeteiligung bei den Gemeindewahlen vom 4. Mai ist weiter gesunken, insbesondere in großen Städten wie Bozen und Meran. „Ein bekanntes Muster bestätigt sich erneut: In Gemeinden mit hohem Anteil italienischsprachiger Bevölkerung ist die Beteiligung deutlich niedriger, da italienischsprachige Wähler seltener zur Wahl gehen", kommentiert der Politikwissenschaftler Günther Pallaver gegenüber der Nachrichtenagentur ANSA.

Katharina Zeller oder Dario Dal Medico in Meran, Claudio Corrarati oder Juri Andriollo in Bozen? Darüber entscheiden am Sonntag die Wähler.

Für die bevorstehenden Stichwahlen in Bozen und Meran sei kaum mit einem Anstieg der Beteiligung zu rechnen. „In Bozen fehlt sowohl eine ethnische als auch eine starke politische Polarisierung – Gründe, die bei vergangenen Wahlen mitunter zur Mobilisierung beigetragen haben. Der moderate Mitte-rechts-Kandidat sowie das Ausbleiben von Wahlempfehlungen durch mehrere Parteien könnten zu einer weiteren Abnahme führen“, fährt Pallaver fort.

In Meran hingegen könnte – so der Politikwissenschaftler – „die Konfrontation zwischen der ökosozialen Vizebürgermeisterin Katharina Zeller und dem konservativen amtierenden Bürgermeister Dario Dal Medico für eine etwas höhere Wahlbeteiligung sorgen“.

Die Wahl erhalte dort zusätzlich eine ethnische Komponente, da implizit auch über die Sprachzugehörigkeit des zukünftigen Bürgermeisters abgestimmt werde. „Die politische Polarisierung ist in Meran somit deutlich stärker ausgeprägt als in Bozen“, meint Pallaver.

ansa/stol

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