8,8 Milliarden Euro Budgetvolumen
Für das Haushaltsjahr 2026 stehen laut Kompatscher rund 8,8 Milliarden Euro zur Verfügung. Damit könne Südtirol öffentliche Leistungen weiterhin finanzieren und zugleich „neue Schwerpunkte setzen – für ein sozial-gerechteres, lebenswerteres und wieder leistbares Südtirol“, betonte er in seiner Rede.Kommendes Jahr jährt sich zudem der 2014 geschlossene Sicherungspakt, der damals Rechts- und Planungssicherheit für das Land geschaffen habe. Mit der laufenden Autonomiereform sei nun erstmals eine innerstaatliche Verankerung der Autonomie vorgesehen, insbesondere über eine „Autonomieniveausicherungsklausel“ – in Kompatschers Worten „das wichtigste Instrument zur Absicherung der Autonomie“.
Sie ergänze den völkerrechtlichen Schutz und schaffe erstmals auch einen verfassungsrechtlichen Schutzrahmen auf Staatsebene.
Fokus auf Gesundheit, Bildung, Soziales, Wohnen und Gemeinden
Die größten Budgetposten im Landeshaushalt entfallen auf die Bereiche Gesundheit, Bildung, Soziales, Wohnraum und die Gemeinden. Für Gesundheit stehen 2026 insgesamt 2,015 Milliarden Euro bereit – der größte Einzelposten.
Im Sozialbereich sind über 700 Millionen Euro für Pflege, Inklusion und Maßnahmen zugunsten vulnerabler Gruppen vorgesehen. Kompatscher stellte zudem klar: „Wir haben nicht vor, das Pflegegeld abzuschaffen.“ Familien sollen durch Mittel in Höhe von 80 Millionen Euro, darunter verschiedene Familiengeld-Modelle und angepasste ISEE-Schwellenwerte, weiter entlastet werden.
Die Schaffung von leistbarem Wohnraum bleibe ein politischer Schwerpunkt. 2025 habe bereits „im Zeichen der Wohnreform“ gestanden.
Gemeinden erhalten zusätzliche Mittel
Für laufende Gemeindekosten werden 213 Millionen Euro budgetiert – 26 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Zusätzlich sollen jährlich 25 Millionen Euro bereitgestellt werden, um inflationsbedingte Mehrkosten bei den Gehältern der Gemeindeangestellten abzugelten.Auch dem gestiegenen Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung wolle man Rechnung tragen – durch Unterstützung staatlicher Polizeiorgane im Rahmen der Landeskompetenzen sowie durch eine Aufwertung der Ortspolizei in Zusammenarbeit mit dem Gemeindenverband.
Investitionen in Mobilität, Energie und Bevölkerungsschutz
Im Bereich Mobilität soll die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel weiter ausgebaut werden. Als eines der größten abgeschlossenen Projekte nannte Kompatscher die Elektrifizierung der Vinschgauer Bahn. Parallel dazu seien fortlaufende Investitionen in die Straßensicherheit geplant – zur „Absicherung aller Verkehrsteilnehmer“.Einen zusätzlichen Entwicklungsschub habe Südtirol durch sogenannte „Olympia-Gelder“ erhalten, mit denen lang geforderte Infrastrukturprojekte zeitlich vorgezogen wurden.
Auch Klima- und Umweltschutz ziehen sich laut Kompatscher „quer durch mehrere Ressorts“, darunter Wirtschaftsförderung, Landwirtschaft, Tourismus und Energie. Im Sektor der erneuerbaren Energien setze Südtirol „jährlich weitere Schritte in die richtige Richtung“, gestützt auf Maßnahmen des Klimaplans.
Extremwetterereignisse und Klimawandel brächten neue Herausforderungen für die Landesagentur für Bevölkerungsschutz und Hilfsorganisationen mit sich – weshalb Investitionen in den Bevölkerungsschutz fortgeführt würden.

