Donnerstag, 2. April 2026

Verkehr im Überetsch: „Das umsetzen, was ausgemacht wurde“

Dass den Überetschern das Thema Verkehr unter den Nägeln brennt, beweist der voll besetzte Saal im Lanserhaus anlässlich der Informationsveranstaltung, die von den beiden Gemeinderatsfraktionen Pro Eppan und Bürgerliste Eppan organisiert wurde, um mögliche Lösungsansätze der Verkehrssituation am Pillhof aufzuzeigen.

Die Überetscher haben die ständigen Staus satt.

„Anlass der Veranstaltung waren eine Reihe von Presseaussendungen vonseiten des Mobilitätslandesrats Daniel Alfreider, in denen Projekte zum Umbau des Verkehrsknotenpunkts Pillhof kommuniziert wurden, die jedoch nicht den bestehenden Beschlüssen des Eppaner Gemeinderats und entsprechend vorliegenden Projekten Rechnung tragen“, heißt es von Pro Eppan und Bürgerliste Eppan.

Norbert Gasser von der Initiativgruppe Pillhof gab bei der Informationsveranstaltung einen Rückblick auf die Entstehung der verschiedenen Projektvarianten, die ursprünglich auf Landesrat Florian Mussner sowie einen Beschluss der Landesregierung aus dem Jahr 2017 zu einer Lösung mit Umfahrungstunnel zurückgehen.

Gasser sprach auch die Belastungen für die Anrainer an – vor allem fehlende Gehwege, gefährliche Ausfahrten und konstante Überschreitungen der Lärmgrenzwerte.

Die Liste Pro Eppan und die Bürgerliste Eppan hatten zur Veranstaltung „Wir sind stuff vom Stau“ zur Mobilität am Pillhof geladen. Im Bild der voll besetzte Saal im Lanserhaus.



Ingenieur Winfried Theil erklärte in seinem Vortrag, dass es sich im Pillhof um eine verkehrstechnisch äußerst komplexe Situation handle „mit einer gewaltigen Summe an täglichen Bewegungen, die das gesamte Überetsch sowie die umliegenden Gemeinden betrifft“.

Besonders unterstrich er, dass ein funktionierendes Verkehrskonzept den Anreiz und die Attraktivität auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, deutlich erhöhen muss. Dasselbe gilt für die aktuell immerhin rund 1.000 Radfahrer, die in einem erfolgreichen Konzept mitgedacht werden müssten.

„Der Verkehr nach Bozen ist in unserer Gemeinde eine zentrale Herausforderung. Umso wichtiger ist es, Raum für einen sachlichen Austausch zu bieten“, sagte Greta Klotz, die Fraktionssprecherin von Pro Eppan:. „Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Haltung des Landes zur Tunnellösung sehen wir Bürgermeister Lorenz Ebner in der Verantwortung, die Meinung des Gemeinderats klar zu formulieren und diese auch gegenüber dem Land aktiv einzufordern.“

Wenig nachvollziehbar sei für die beiden Oppositionslisten auch die plötzliche Ankündigung einer offenbar kurz bevorstehenden Projektausschreibung. „Dies wirft die Frage auf, ob die Ergebnisse des Bürgerbeteiligungsprozesses und im Zuge des Gemeindeentwicklungsprogramms aufwendig und kostspielig erarbeiteten Überlegungen überhaupt berücksichtigt werden“, heißt es in der Pressemitteilung.

Simon Ebner, Listenleiter der Bürgerliste Eppan, ergänzt: „Für uns stellt der Umfahrungstunnel am Pillhof eine wichtige und tragende Säule des Ausbaus der öffentlichen Verkehrsmittel dar, da nur so eine durchgehende Vorzugsspur für den Busverkehr geschaffen werden kann.

Auf diese Umsetzung muss das Überetsch leider schon viel zu lange warten und seit Jahrzehnten mit überbordendem Verkehr zurechtkommen.“ Alt-Bürgermeister Wilfried Trettl brachte es auf den Punkt: Es soll umgesetzt werden, was mit der Bevölkerung ausgemacht wurde und im Gemeinderat einstimmig beschlossen wurde, wird Trettl in der Aussendung zitiert.

stol

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