Dienstag, 3. Februar 2026

ABSTIMMUNG: 45 Minuten zu viel? Wie lang darf Ihr Arbeitsweg sein?

Kurze Arbeitswege prägen den Alltag der meisten Südtiroler Beschäftigten: Fast drei Viertel erreichen ihren Arbeitsplatz innerhalb von 30 Minuten und empfinden das Pendeln kaum als Belastung. Doch bei einem möglichen Jobwechsel zeigt sich eine klare Schmerzgrenze – bereits ab 45 Minuten Fahrzeit sinkt die Bereitschaft deutlich, längere Wege in Kauf zu nehmen. Wie lange würden Sie maximal zu Ihrer Arbeit fahren?

42 Prozent der Südtiroler Arbeitnehmer benötigen für den einfachen Weg zur Arbeit weniger als 15 Minuten. - Foto: © Shutterstock / shutterstock

Wie lange dauert in Südtirol der tägliche Weg zur Arbeit, wie belastend wird das Pendeln empfunden und wo liegt die persönliche Grenze bei einem möglichen Jobwechsel? Antworten darauf liefert die Winterausgabe 2025/2026 des AFI-Barometer. Die Ergebnisse zeigen insgesamt kurze Arbeitswege und eine vergleichsweise geringe Belastung – allerdings mit klaren Grenzen bei längeren Distanzen.

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Die zwischen Wohnort und Arbeitsplatz zurückgelegten Distanzen sind in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung. Für Erwerbstätige bedeuten sie einen höheren oder geringeren Zeitaufwand und wirken sich damit direkt auf Freizeit und Lebensqualität aus. Für die Politik sind sie ein zentraler Faktor bei der Planung der Mobilitätsinfrastruktur und des öffentlichen Personennahverkehrs. Arbeitgeber wiederum können daraus Ansatzpunkte für flexible oder punktuell agile Arbeitsmodelle ableiten.

Kurze Distanzen dominieren in Südtirol deutlich

42 Prozent der Arbeitnehmer benötigen für den einfachen Weg zur Arbeit weniger als 15 Minuten, insgesamt erreichen 73 Prozent ihren Arbeitsplatz innerhalb von 30 Minuten.

Weitere 21 Prozent wenden zwischen 30 und 44 Minuten auf, während lediglich sechs Prozent 45 Minuten oder mehr benötigen. Besonders kurze Arbeitswege haben Beschäftigte in der Landwirtschaft und im Gastgewerbe, Teilzeitkräfte sowie Arbeitnehmer über 50 Jahre.
Entsprechend wird das Pendeln meist nicht als große Belastung wahrgenommen. 63 Prozent der Befragten empfinden ihren Arbeitsweg als „überhaupt nicht“ (50 Prozent) oder nur „gering“ (13 Prozent) belastend.

Begrenzt ist die Bereitschaft, längere Wege in Kauf zu nehmen

18 Prozent sprechen hingegen von einer „starken“ oder „sehr starken“ Belastung. Mit zunehmender Wegzeit steigt das Belastungsempfinden deutlich. Tendenziell weniger belastet fühlen sich öffentlich Bedienstete, Teilzeit- und befristet Beschäftigte sowie Frauen.

Deutlich begrenzt ist jedoch die Bereitschaft, längere Wege in Kauf zu nehmen. Bei einem Jobwechsel wären 57 Prozent der Südtiroler Arbeitnehmer bereit, bis zu 30 Minuten Fahrzeit zu akzeptieren. Bei 45 Minuten sinkt dieser Anteil auf 19 Prozent.

Eine Wegzeit von 60 Minuten käme nur für 15 Prozent infrage, mehr als 60 Minuten würden lediglich 9 Prozent der Befragten in Kauf nehmen. Die Schmerzgrenze liegt damit klar bei rund 45 Minuten.

stol

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