Mittwoch, 4. März 2026

Aufpassen auch beim Burgeressen

Dass weltweit agierende Konzerne und Tech-Giganten vielfach im Online-Bereich gerne Daten über uns sammeln ist längst bekannt. Doch damit nicht genug: Unlängst hat Italiens Datenschutzbehörde „Amazon Italia Logistica“ die Nutzung persönlicher Daten von mehr als 1800 Lagerarbeitern untersagt.

Mauro Stoffella - Foto: © Alfred Tschager

Die Behörde stellte bei Inspektionen im Lager Passo Corese im Latium fest, dass der Konzern Informationen über Krankheiten, Streikbeteiligung und familiäre Krisen wie Scheidungen gesammelt und an Manager weitergegeben und diese Daten bis zu zehn Jahre lang gespeichert habe. Vier Überwachungskameras nahe den Toiletten und der Pausenräume seien ebenfalls unzulässig gewesen. Weitere Verstöße würden noch untersucht.

„Ghost-Stores“

Achtzugeben, ist auch auf betrügerische Online-Werbung. So hat etwa laut einer Studie mehr als jede zweite Person in Österreich den Eindruck, bereits auf betrügerische Online-Werbung gestoßen zu sein. Ein Fünftel sei sich schlicht nicht sicher.

Als Haupteinfallstor gelten soziale Netzwerke: Über die Hälfte der Betroffenen berichtet von dubiosen Anzeigen auf Plattformen wie Facebook oder Instagram. Besonders perfide seien sogenannte „Ghost-Stores“, die sich als heimische Familienbetriebe tarnten, aber aus chinesischen Lagern lieferten – in den ersten vier Monaten 2025 sind entsprechende Anzeigen in Österreich 30 Millionen Mal ausgespielt worden.

„Patty“ hört mit

Und ganz genau aufpassen, muss man auch, wenn man einen Burger bestellt – zumindest in den Vereinigten Staaten. Denn dort bewertet Burger Kings KI unsere Höflichkeit. Der Fast Food Riese testet in rund 500 US-Filialen einen KI-Assistenten namens „Patty“, der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern per Headset Anweisungen erteilt – und dabei heimlich auf Höflichkeitsfloskeln horcht.

Das System erkennt Wörter wie „Bitte“ und „Danke“ und speist diese Daten in eine „Freundlichkeits-Metrik“ für die Filialleiter. Die Auswertung ist anonymisiert und dient nur dem Gruppen-Coaching. Na ja. Künftig soll Patty auch Tonlagen erkennen. Aber keine Sorge: In Europa steht die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) - seit 2018 das EU-weit geltende Regelwerk zum Schutz personenbezogener Daten - einem solchen System im Weg. Lasst es euch schmecken.

Mauro Stoffella, Medien- und Kommunikationsexperte

stol

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