Donnerstag, 24. Juli 2025

„Bankenheirat des Jahres“ in Italien überraschend geplatzt

Nach der erneuten Aussetzung der Übernahmeofferte durch die Börsenaufsicht Consob folgte nun der Paukenschlag: Unicredit zog überraschend ihr Angebot zur Übernahme von Banco BPM zurück. Als Grund nannte die Bank die anhaltende Unsicherheit rund um die Golden-Power-Regelung.

Unicredit-CEO Andrea Orcel zog nun die Reißleine. - Foto: © ANSA / Mourad Balti Touati / Z13

CEO Andrea Orcel kritisierte zudem, dass ein offener Dialog mit den BPM-Aktionären durch die Gegenseite stets verhindert worden sei. Auch Unicredit-Präsident Pier Carlo Padoan sprach von einer „verpassten Chance“ für alle Beteiligten.

Unicredit will sich nun wieder voll auf die laufende Transformationsstrategie konzentrieren. „Übernahmen sollen nur dann erfolgen, wenn sie zusätzlichen Wert schaffen“, so Orcel.

Auch in Südtirol wurde die Operation mit Spannung verfolgt, da im Falle einer Fusion von Unicredit und Banco BPM aus wettbewerbsrechtlichen Gründen in einigen Provinzen Filialen hätten verkauft werden müssen. An einzelnen dieser Standorte hatten sowohl die Südtiroler Sparkasse als auch die Volksbank Interesse bekundet (wir haben berichtet). Diese Tür zu neuem Wachstum ist nun zu.

Gleichzeitig mit dem Rückzug vom BPM-Kauf verkündete Unicredit Rekordergebnisse fürs erste Halbjahr: Der Gewinn der Großbank stieg auf 6,1 Milliarden Euro, ein Plus von über 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

stol

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