Die steigenden Preise für Öl und Gas treffen die Branche doppelt: Einerseits verteuern sich die Baumaterialien. Gerade Zement, Stahl, Glas und Keramik sind in der Herstellung extrem energieintensiv, weshalb die Preise für diese Stoffe nach oben klettern. Andererseits verteuern sich auch die Transportkosten, bedingt durch die hohen Treibstoffpreise.
Doch nicht nur die Preise, auch die Verfügbarkeit wird zum Problem. Es kommt laut lvh zu erheblichen Spannungen in den globalen Lieferketten, wodurch das Angebot an wichtigen Rohstoffen eingeschränkt wird. Besonders betroffen sind Produkte auf Erdölbasis – wie Bitumen und Kunststoffe – sowie zentrale Metalle wie Aluminium, Kupfer und Nickel, deren Preise stark angestiegen sind.
Dies alles sorge für massive Unsicherheit, „die die gesamte Bauwirtschaft stark unter Druck setzt“, erklärt der Baugruppenobmann Fritz Ploner.
Preisrevision durchsetzen
Um die Stabilität der Branche zu sichern, drängt der Verband auf rechtliche Absicherungen. „Es braucht dringend verlässliche Rahmenbedingungen und geeignete Anpassungsmechanismen, um Baustopps zu vermeiden und die Planungssicherheit zu gewährleisten“, sagt lvh-Präsident Martin Haller.Eine Schlüsselrolle nimmt dabei die Preisrevision bei öffentlichen Bauaufträgen ein. Der lvh fordert eine strikte Umsetzung der geltenden Bestimmungen: Ausschreibungsunterlagen müssen verpflichtende Revisionsklauseln enthalten. Zudem seien die Vergabestellen gefordert, Preisschwankungen proaktiv zu überwachen und Anpassungen automatisch vorzunehmen – auch ohne ausdrücklichen Antrag der betroffenen Unternehmen.
Nur so könne verhindert werden, dass die Betriebe allein auf den unvorhersehbaren Mehrkosten sitzen bleiben.

