Mittwoch, 15. April 2026

Bozner Start-up entwickelt nachhaltige Plastik-Alternative

Die Krise im Nahen Osten führt einmal mehr die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen vor Augen. Ein Bozner Start-up lässt nun mit einer nachhaltigen Alternative für Kunststoff aufhorchen. Woraus diese besteht und wo sie bereits Anwendung findet, erklärt das Team von Geomatrix.

Das Team von Geomatrix (von links): Filippo Gallizia, Geschäftsführer und Gründer, Maria Laura Zonta (Application Engineer) und Claudio Merzi, technischer Direktor. - Foto: © Marco Parsi

In der Rubrik „Start-up-Stage“ stellen Gründer ihre innovativen Ideen vor.

1. Was ist unser innovatives Produkt und welches Kundenproblem löst es?

Das Produkt nennt sich Xi: Es ist ein Verbundstoff, bei dem ein großer Teil des Kunststoffs durch natürliches Holzmehl ersetzt wird. Das Granulat besteht aus Holzmehl, recyceltem Polypropylen und einem natürlichen Bindemittel, das das Ganze zusammenhält. „Unser Ziel ist es, herkömmliche thermoplastische Kunststoffe durch unsere nachhaltigere Lösung zu ersetzen, indem wir Abfälle aus der Kunststoff- und Holzindustrie in einen neuen Rohstoff verwandeln“, erklärt Claudio Merzi, technischer Direktor des Start-ups. Man setzt also auf eine Kreislaufwirtschaft.

„Das Ergebnis ist ein Material mit geringer Umweltbelastung, guten mechanischen Eigenschaften, einer ansprechenden Ästhetik und einem wettbewerbsfähigen Preis.“ Das Start-up hat auch bereits sein Produkt mit einem gewerblichen Patent geschützt.

2. Wie sind wir auf diese Geschäftsidee gekommen?

Die Geburtsstunde von Xi schlägt beim Schweizer Spielwarenhersteller Geomag. Da das Unternehmen vor allem Lernspielzeug herstellt, war es dem Geschäftsführer Filippo Gallizia wichtig, sichere und gerade auch nachhaltige Produkte herzustellen. Der Weg zum perfekten Material war jedoch komplex. Schließlich wurde ein Forschungsprojekt mit der Schweizer Fachhochschule SUPSI gestartet. „Das Ergebnis war so überzeugend, dass wir uns dazu entschlossen, das Start-up Geomatrix zu gründen, um das entwickelte Material zu produzieren und weiterzuentwickeln“, so Merzi.

3. Was waren unsere größten Herausforderungen und was haben wir daraus gelernt?

Das junge Start-up hat bereits einige kleine Praxistests und Machbarkeitsstudien mit lokalen und nationalen Unternehmen umgesetzt. „Die ersten Anwendungen erfolgen im Bereich Sportschuhe – ein Sektor, der höchste Anforderungen an Widerstandsfähigkeit, Elastizität, Leichtigkeit, Komfort und Langlebigkeit stellt“, erklärt Merzi. Außerdem stellt das Unternehmen auch das Material für das „Wattblöckl“ des Bozner Unternehmens Tratter Engineering her.

4. Was ist der derzeitige Status quo?

Derzeit sind drei Mitarbeiter bei Geomatrix angestellt und es ist geplant, eine vierte Stelle zu besetzen. „Neben dem Vertrieb mit 10 aktiven Kunden und weiteren 30 potenziellen Kunden, mit denen wir bereits erste Tests durchgeführt haben, haben wir verschiedene laufende Forschungs- und Entwicklungsprojekte“, erklärt Merzi. Das Start-up arbeitet sowohl mit der Schweizer SUPSI als auch der Universität Trient zusammen.

5. Wo sehen wir uns in drei Jahren?

„Innerhalb von drei Jahren soll die industrielle Produktion des Verbundwerkstoffs angelaufen, das Geschäft konsolidiert und weitere ähnliche Produkte mit noch fortschrittlicheren und innovativeren Eigenschaften auf den Markt gebracht worden sein.“ (ber)


Haben auch Sie ein Start-up mit einer innovativen Idee? Dann melden Sie sich per Mail an josef.bertignoll@athesia.it

ber

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