Von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hat sie mit der neuen Bahn-Strategie des Bundes klare Vorgaben ins Aufgabenheft bekommen: Der Fokus liegt darin auf mehr Zuverlässigkeit, mehr Sicherheit und mehr Sauberkeit. Mit drei Sofortprogrammen soll zum Beispiel schon im kommenden Jahr der Komfort für Reisende im Fernverkehr verbessert werden.
Modernisierung der Bahn ist ein Marathon
Viele unzufriedene Bahnkunden dürften sehnlichst auf Erfolge bei der Sanierung des Unternehmens hoffen. Im ersten Halbjahr war beispielsweise mehr als ein Drittel der Fernzüge der Bahn unpünktlich unterwegs. „Leider müssen wir unsere Kundinnen und Kunden um Geduld bitten“, sagte sie allerdings der „Bild am Sonntag“. „Die Modernisierung der Bahn ist ein Marathon, kein Sprint.“Schmutzige Züge, schmuddelige Bahnhöfe und geschlossene, defekte Bordbistros soll es nach ihren Worten in Zukunft nicht mehr geben: „Unsere Züge und Bahnhöfe sind unsere Visitenkarte. Das Ziel ist ganz klar: Ich werde mich um mehr Sauberkeit und Komfort kümmern. Es soll in den Zügen einfach so angenehm wie möglich sein.“ Für Bahnkunden soll es einen digitalen „Baustellen-Melder“ geben, um die Reise besser planen zu können.
Das selbstgesteckte Pünktlichkeitsziel von 65 bis 70 Prozent im laufenden Jahr wird die Bahn eigenen Angaben zufolge aller Voraussicht nach verfehlen. Minister Schnieder hatte dieses Ziel jüngst ohnehin als realitätsfern und unerreichbar kritisiert. Das Ziel des Bundes sieht nun eine Pünktlichkeit von mindestens 70 Prozent erst für Ende 2029 vor. Neben Vandalismus und Sabotageakten sind vor allem die marode Infrastruktur und das umfangreiche Baugeschehen ursächlich für Verspätungen.
Mit umfangreichen Generalsanierungen sollen bis 2036 rund 40 besonders wichtige und hochbelastete Strecken grundlegend modernisiert werden. Die Bahn erhofft sich danach deutlich weniger Störungen auf den Strecken und damit einen zuverlässigeren Betrieb.

