Freitag, 6. März 2026

Fast jedes fünfte Unternehmen ist weiblich

Südtirols Betriebe werden zunehmend weiblicher. Die Zahl der Frauenunternehmen ist im Vorjahr um 1,4 Prozent gewachsen, berichtet die Handelskammer Bozen. Besonders in Entscheidungspositionen sind Frauen jedoch laut Studie weiterhin stark unterrepräsentiert.

Immer noch deutlich weniger Frauen als Männer in der Führungsriege. - Foto: © APA/dpa (Themenbild) / Jan-Philipp Strobel

In ganz Südtirol gibt es 11.502 Unternehmen, die mehrheitlich von Frauen geführt werden oder in deren Besitz stehen. Zwar wächst die Zahl an Frauenunternehmen stetig, jedoch nur in sehr langsamen Schritten. 2023 belief sich das Plus auf 1,2 Prozent, 2024 auf 0,8 und 2025 auf 1,4 Prozent.

Gemessen an der Gesamtzahl an Unternehmen im Land machen weibliche Betriebe nur 18,4 Prozent aus – fast ein Fünftel. Dabei zeigt sich eine starke Konzentration auf drei Branchen: den Dienstleistungssektor (28,7 Prozent), das Gastgewerbe (25,7 Prozent) und die Landwirtschaft (24,6 Prozent).

Kaum Geschlechtergleichheit auf Führungsebene

In den obersten Führungsetagen sind Frauen nach wie vor recht rar. Dies zeigen auch die Zahlen der Handelskammer: Ende 2025 war nur jede fünfte Person in Gremien von Kapitalgesellschaften eine Frau. So gab es in Südtirol insgesamt 28.461 männliche Verwalter, bei den Frauen belief sich die Zahl auf 7.430.

Hinter diesen Zahlen verbirgt sich oft das Phänomen der „gläsernen Decke“: unsichtbare Barrieren, die qualifizierte Frauen am Aufstieg in die höchsten Führungsebenen hindern. Verstärkt wird dies durch die oft ungleiche Verteilung von Care-Arbeit. Frauen übernehmen nach wie vor den Großteil der Kinderbetreuung, die Pflege von Angehörigen sowie die Haushaltsführung, was ihre beruflichen Aufstiegschancen faktisch bremst.

Handelskammer will weibliches Unternehmertum fördern

Um diese Hürden abzubauen, setzt der Beirat zur Förderung des weiblichen Unternehmertums gezielte Impulse. „Es ist uns ein zentrales Anliegen, interessierte Frauen auf ihrem unternehmerischen Weg gezielt zu begleiten, Hürden abzubauen und nachhaltige Netzwerke zu schaffen“, erklärt Annemarie Kaser, Vorsitzende des Beirats.

Die Handelskammer Bozen biete hierfür konkrete Hilfestellungen an, informiert auch Handelskammer-Präsident Michl Ebner. Ein Beispiel ist das Mentoring-Programm für junge Unternehmerinnen. Das WIFI, der Service für Weiterbildung und Personalentwicklung, organisiert Bildungsmaßnahmen speziell für Unternehmerinnen, Freiberuflerinnen, Selbständige und Frauen in Führungspositionen. Außerdem gibt es das „audit familieundberuf“, welches Unternehmen Unterstützung bietet, um familienfreundliche Maßnahmen im Betrieb einzuführen und weiterzuentwickeln.

ber

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