Gemessen an der Gesamtzahl an Unternehmen im Land machen weibliche Betriebe nur 18,4 Prozent aus – fast ein Fünftel. Dabei zeigt sich eine starke Konzentration auf drei Branchen: den Dienstleistungssektor (28,7 Prozent), das Gastgewerbe (25,7 Prozent) und die Landwirtschaft (24,6 Prozent).
Kaum Geschlechtergleichheit auf Führungsebene
In den obersten Führungsetagen sind Frauen nach wie vor recht rar. Dies zeigen auch die Zahlen der Handelskammer: Ende 2025 war nur jede fünfte Person in Gremien von Kapitalgesellschaften eine Frau. So gab es in Südtirol insgesamt 28.461 männliche Verwalter, bei den Frauen belief sich die Zahl auf 7.430.Hinter diesen Zahlen verbirgt sich oft das Phänomen der „gläsernen Decke“: unsichtbare Barrieren, die qualifizierte Frauen am Aufstieg in die höchsten Führungsebenen hindern. Verstärkt wird dies durch die oft ungleiche Verteilung von Care-Arbeit. Frauen übernehmen nach wie vor den Großteil der Kinderbetreuung, die Pflege von Angehörigen sowie die Haushaltsführung, was ihre beruflichen Aufstiegschancen faktisch bremst.
Handelskammer will weibliches Unternehmertum fördern
Um diese Hürden abzubauen, setzt der Beirat zur Förderung des weiblichen Unternehmertums gezielte Impulse. „Es ist uns ein zentrales Anliegen, interessierte Frauen auf ihrem unternehmerischen Weg gezielt zu begleiten, Hürden abzubauen und nachhaltige Netzwerke zu schaffen“, erklärt Annemarie Kaser, Vorsitzende des Beirats.Die Handelskammer Bozen biete hierfür konkrete Hilfestellungen an, informiert auch Handelskammer-Präsident Michl Ebner. Ein Beispiel ist das Mentoring-Programm für junge Unternehmerinnen. Das WIFI, der Service für Weiterbildung und Personalentwicklung, organisiert Bildungsmaßnahmen speziell für Unternehmerinnen, Freiberuflerinnen, Selbständige und Frauen in Führungspositionen. Außerdem gibt es das „audit familieundberuf“, welches Unternehmen Unterstützung bietet, um familienfreundliche Maßnahmen im Betrieb einzuführen und weiterzuentwickeln.

