Mittwoch, 23. Juli 2025

Finanzielle Sorgen der Südtiroler nehmen zu

Immer weniger Südtiroler sind mit der eigenen finanziellen Lage zufrieden, zeigt das jüngste Stimmungsbarometer des Arbeitsförderungsinstituts (Afi). Sowohl beim Auskommen mit dem Einkommen als auch bei der Möglichkeit, Geld beiseitezulegen, nimmt die Zuversicht spürbar ab.

Immer weniger Südtirol sehen die Möglichkeit, Geld zu sparen. - Foto: © Shutterstock / shutterstock



Laut der Befragung im Juni gaben 36 Prozent der Befragten an, finanziell nur schwer über die Runden zu kommen – im Frühjahr waren es 25 Prozent.

Auch die Einschätzung zur Sparfähigkeit trübt sich weiter ein. Während im Frühjahr 45 Prozent der Befragten angaben, in den nächsten zwölf Monaten kaum Ersparnisse bilden zu können, stieg dieser Anteil im Juni auf 58 Prozent. Der Vertrauensindex liegt bei minus elf.



Dieses Stimmungsbild bei den Arbeitnehmern zeige, dass konkrete strukturelle Verbesserungen notwendig seien, um die finanzielle Lage vieler Familien in Südtirol zu entschärfen, so Afi-Präsident Stefano Mellarini.

Die Preissteigerungen der vergangenen Jahre seien nie vollständig durch entsprechende Lohnerhöhungen ausgeglichen worden. „Es braucht daher gezielte Lohnerhöhungen, mehr leistbaren Wohnraum und Maßnahmen gegen prekäre Beschäftigung.“

„Prognosen zu treffen, ist schwierig“

Die Südtiroler blicken hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung mit verhaltener Zuversicht auf die kommenden zwölf Monate. Der entsprechende Indexwert ist erneut gesunken – bereits zum zweiten Mal in Folge. Zwar sei es laut AFI-Direktor Stefan Perini noch zu früh, von einem klaren Trend zu sprechen, doch warnt er: „Es handelt sich um Signale, die man ernst nehmen muss.“ Die anhaltenden Kriege vor der Haustür sorgen für Unsicherheit, während die von Donald Trump verfolgte Zollpolitik bei vielen das Vertrauen in einen regelbasierten Welthandel erschüttert habe.

Ein entscheidender Punkt ist, wie Trump in der Zollfrage agiert – und wie die EU darauf reagiert
Stefan Perini


Wie sich die Stimmung in den kommenden Monaten entwickeln wird, lasse sich aufgrund der instabilen weltpolitischen Lage schwer vorhersehen. „Ein entscheidender Punkt ist, wie der US-Präsident in der Zollfrage agiert – und wie die EU darauf reagiert“, erklärt Perini. „Sollte Brüssel mit höheren Gegenzöllen antworten, könnten die Folgen direkt im Geldbeutel der Konsumenten spürbar werden.“

Südtirols Wirtschaft noch stabil

Trotz der sinkenden Zuversicht zeigt sich Südtirols Wirtschaft bislang stabil. Die Inflation bleibt niedrig, der Arbeitsmarkt gilt als robust. Zwar verliert der Außenhandel ebenso wie der Tourismus etwas an Dynamik, doch im Vergleich zu Nachbarländern wie Österreich oder Deutschland steht Südtirol relativ gut da.

„Konjunkturschwankungen treffen Südtirol in der Regel zeitversetzt oder in abgeschwächter Form – auch wegen unserer breit aufgestellten Wirtschaft“, betont Perini. Für das laufende Jahr rechnet das Afi mit einem moderaten BIP-Wachstum von 0,8 Prozent.

ber

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Regina Planoetscher
July 23, 2025 1:13 PM
Aber so manches versteh ich nicht,willst einer Familie Baby und fast neues an Kinderkleidung schenken ist der Stolz zu groß es anzunehmen ! Es müßen Markensachen gekauft werden ! Traue mich fast nicht mehr etwas anzubieten !