Dienstag, 22. April 2025

Gemischtes Bild bei Dienstleistern – Frächter unter Druck

Sowohl im Dienstleistungs- als auch im Transportsektor ist die Stimmung unter den Unternehmern gemischt. Dies zeigt die Frühjahrsumfrage des Wifo-Barometers. Einige Branchen rechnen mit schwachen Umsätzen.

Südtirols Frächter rechnen wegen der Luegbrücke mit steigenden Kosten. - Foto: © DLife


Mit Blick auf das vergangene Jahr zeigten sich 78 Prozent der befragten Dienstleister mit ihren Erträgen zufrieden. Für heuer bleiben die Erwartungen ähnlich positiv (79 Prozent). Dennoch sind die Einschätzungen stark branchenabhängig, so das Wirtschaftsforschungsinstitut der Handelskammer Bozen.

Unternehmensorientierte Dienstleister unter Druck

Besonders optimistisch zeigen sich Unternehmen aus der IT- und Telekommunikation, den freiberuflichen, technischen Tätigkeiten sowie dem Kredit- und Versicherungswesen. Letztere erwarten eine Belebung der Kreditvergabe – gestützt durch niedrigere Zinssätze.

Anders sieht es bei den unternehmensorientierten Dienstleistern aus: Rund die Hälfte der Unternehmer bewertet ihre Erträge als schlecht. Auch bei den persönlichen Dienstleistern sind 15 Prozent mit den Ergebnissen unzufrieden, im Verlags- und Kommunikationswesen sind es 23 Prozent.



„Die persönlichen und vor allem die unternehmensorientierten Dienstleistungen spüren vermehrt einen verschärften Wettbewerb“, sagt Philipp Moser, Präsident des Wirtschaftsverbands hds. „Es gilt daher für die große Vielfalt an lokalen Anbietern und Betrieben, noch mehr in ihre Professionalität und ihre Kompetenz in Kombination mit unserem Territorium zu investieren.“

Transportgewerbe: Warentransporteure wegen Luegbrücke unter Druck

Im Transportgewerbe melden 90 Prozent der Unternehmen zufriedenstellende Erträge – vor allem in der Personenbeförderung und bei den Aufstiegsanlagen.

Im Güterverkehr ist die Stimmung hingegen gedämpft. 16 Prozent rechnen mit einem schlechten Betriebsergebnis, auch aufgrund steigender Kosten – vor allem verursacht durch Verzögerungen im Zusammenhang mit der Baustelle an der Luegbrücke.

„Stehende LKW bedeuten nicht nur Zeitverlust, sondern treiben auch die Kosten für die gesamte Lieferkette in die Höhe – wir brauchen praktikable Lösungen, um die Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten“, sagt Alexander Öhler, Obmann der Warentransporteure im lvh.

Daher fordern Wirtschaftsvertreter eine Aufweichung des Nachtfahrverbots in Nordtirol: „Eine Verkürzung des Fahrverbots in den Morgenstunden würde eine wesentliche Erleichterung bringen“, so Handelskammerpräsident Michl Ebner. In dieselbe Kerbe schlägt auch Heiner Oberrauch, Präsident des Unternehmerverbandes: „Die Arbeiten an der Luegbrücke stellen die Transportunternehmen vor große Herausforderungen, auch durch das Nachtfahrverbot, welches die langen Staus verstärkt.“

Arbeitsmarkt wächst weiter

Im Jahresdurchschnitt 2024 waren im privaten Dienstleistungssektor rund 33.000 Personen beschäftigt – ein Plus von 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Beschäftigung im Transportsektor legte deutlich zu: Über 9.900 Arbeitskräfte waren 2024 in diesem Bereich tätig, was einem Zuwachs von 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

ber

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