Mittwoch, 26. November 2025

Die Bilanz: So schaut es derzeit im Südtiroler Handel aus

Geteiltes Bild im Handel: Während der Großhandel wächst, kämpfen einige Bereiche des Einzelhandels mit stagnierenden Umsätzen. Das zeigt die aktuelle Herbstumfrage des Wifo-Barometers.

Gerade Einzelhändler spüren zunehmend den Druck von der Online-Konkurrenz. - Foto: © Zacharie Scheurer/dpa-tmn / Zacharie Scheurer

Im Großhandel zeigen sich laut Wirtschaftsforschungsinstitut neun von zehn Unternehmen zufrieden mit den heurigen Erträgen. Ähnlich sind die Erwartungen für 2026. Die Umsatzdynamik ist weiterhin leicht steigend und auch die Investitionen haben heuer zugenommen.

Besonders optimistisch zeigen sich der Baustoffhandel sowie die Bereiche Maschinen und Ausrüstungen, Einrichtung und Haushaltswaren sowie Lebensmittel und Getränke. Etwas zurückhaltender fällt die Einschätzung der Handelsvertreter aus.

Einzelhandel spürt Druck des Onlinehandels

Auch im Einzelhandel bewertet der Großteil der Betriebe die Ertragslage als positiv – oftmals jedoch aufgrund höherer Preise. Je nach Branche zeigt sich ein sehr unterschiedliches Stimmungsbild.

Supermärkte, Minimärkte und Kaufhäuser berichten von einem zufriedenstellenden Geschäftsjahr 2025 und gehen von weiterem Umsatzwachstum in den kommenden Monaten aus. Ähnlich positiv schätzen Händler von Kosmetik- und Pharmaprodukten ihre wirtschaftliche Lage ein.

Nach einem durchwachsenen Jahr 2025 blickt auch der spezialisierte Lebensmitteleinzelhandel optimistisch auf 2026. Weniger erfreulich ist die Situation im Wanderhandel: Dort melden viele Unternehmen sinkende Umsätze, die sich im kommenden Jahr fortsetzen dürften, sowie in über einem Viertel der Fälle eine unbefriedigende Rentabilität.

„Es ist wichtig, die Geschäfte und Nahversorgungsbetriebe zu unterstützen und sie vor dem unfairen Wettbewerb der großen außereuropäischen Online-Plattformen zu bewahren, um die Lebendigkeit unserer Ortschaften zu erhalten“, sagt Handelskammer-Präsident Michl Ebner.

Ähnlich argumentiert hds-Präsident Philipp Moser: „Jetzt braucht es klare politische Entlastung und Unterstützung sowie bewusste Kaufentscheidungen, damit unser lokaler Handel samt unseren lebendigen Orten Zukunft hat.“

Kfz-Handel: Sinkende Umsätze

Im Bereich Kfz-Handel und -Reparatur wird für das laufende Jahr hingegen ein Rückgang bei Umsätzen und Investitionen gemeldet, besonders bei größeren Betrieben. Die Rentabilität bleibt jedoch in fast 90 Prozent der Fälle zufriedenstellend – auch weil höhere Verkaufspreise steigende Kosten kompensieren konnten.

ber

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