Mittwoch, 30. Juli 2025

HGV fordert sachliche Diskussion über Tagestourismus und lokale Lösungen

Der Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV) ruft in der aktuellen Debatte um die Auswirkungen des Tagestourismus auf Südtirols touristische Hotspots zu einem breiten Dialog und einer faktenbasierten Diskussion auf. Ziel sei es, Regelungen zu finden, die sowohl die Bedürfnisse der einheimischen Bevölkerung als auch die eines qualitativ hochwertigen Tourismus berücksichtigen.

Die Diskussion um Touristen-Hotspots in Südtirol (im Bild die Seceda) ebbt nicht ab. - Foto: © Shutterstock / shutterstock

Bereits im Frühjahr 2024 haben sich die HGV-Ortsgruppen von Gröden und Gadertal für eine strikte Verkehrsregelung auf den Dolomitenpässen ausgesprochen und dies der Landesregierung schriftlich mitgeteilt. Parallel dazu setzt sich der Verband seit Monaten dafür ein, rechtliche Anpassungen zur Eindämmung des Wildcampens voranzutreiben – ein Phänomen, das laut HGV mit hochwertigem Tourismus nicht vereinbar ist.

Ein großer Teil der Probleme, die derzeit sichtbar werden, sei eng mit dem Tagestourismus verknüpft. „Dabei geht es einerseits um Gäste, die außerhalb Südtirols nächtigen und lediglich einen Tagesausflug unternehmen, und andererseits um die Gästemobilität innerhalb des Landes“, erklärt HGV-Präsident Manfred Pinzger. Durch den Südtirol Guest Pass sei es immerhin gelungen, einen Teil der Gäste verstärkt auf den öffentlichen Nahverkehr zu bringen und so den PKW-Verkehr zu reduzieren.

Pauschalisierungen schaden dem gesamten Sektor.
Manfred Pinzger, HGV-Präsident


Pinzger warnt jedoch vor einer pauschalen Betrachtung der Situation: „Südtirol ist ein sehr heterogenes Land, weshalb die Gästeströme stark variieren. Pauschalisierungen schaden dem gesamten Sektor. Wir stehen jederzeit für einen konstruktiven Dialog bereit, um lokal zugeschnittene Lösungen zu finden.“

Als positives Beispiel verweist der HGV auf das Besucherlenkungsmodell am Pragser Wildsee. Die Akzeptanz der dortigen Maßnahmen steige von Jahr zu Jahr, und ihre Wirksamkeit sei deutlich spürbar. „Dieses erfolgreiche Management ermöglicht es uns, die gewonnenen Erfahrungen auch auf andere Hotspots wie die Seceda zu übertragen“, betont HGV-Direktor Raffael Mooswalder. „Für lokale Probleme braucht es lokale Lösungen.“

stol

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