Mittwoch, 11. März 2026

IEA will Rekordmenge an Ölreserven freigeben

Um den steigenden Ölpreisen und der damit drohenden Energiepreiskrise entgegenzuwirken, will die Internationale Energieagentur (IEA) rund 400 Millionen Barrel an Ölreserven freigeben – eine Rekordmenge.

Die freigegebenen Ölreserven sollen für Entspannung auf den Energiemärkten sorgen. - Foto: © APA/THEMENBILD / HARALD SCHNEIDER


Zum Vergleich: Nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine 2022 haben die 32 IEA-Länder 182 Millionen Barrel, also gerade einmal die Hälfte, freigegeben.

„Die Herausforderungen auf dem Ölmarkt, denen wir gegenüberstehen, sind in ihrem Ausmaß beispiellos“, argumentierte IEA-Chef Fatih Birol. Er sei deshalb über die Maßnahme im Rekordumfang froh.

Deutschland hatte bereits mitgeteilt, 19,5 Millionen Barrel freizugeben. „Wenn dem Markt Sorge genommen wird vor Knappheit, entspannen sich Preise und wir gehen definitiv von einem dämpfenden Effekt aus“, sagte die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Auch Experten gehen davon aus, dass die Freigabe die Märkte prinzipiell beruhigen könnte.

Straße von Hormus

Der Krieg im Nahen und Mittleren Osten beeinträchtigt die Energiemärkte enorm. Der Transport von Energierohstoffen aus den Förderregionen am Persischen Golf durch die wichtige Straße von Hormuz ist praktisch zum Erliegen gekommen. Berichte über angeblich vom Iran in der Straße von Hormus verlegte Seeminen befeuerten Sorgen um die Sicherheit der internationalen Energieversorgung zuletzt noch.

Seit Gründung der IEA Mitte der 1970er Jahre als Reaktion auf die damalige Ölkrise wurden fünfmal in koordinierter Weise Reserven freigegeben. Anlass waren der Golfkrieg 1990/91, die von den Hurrikans „Katrina“ und „Rita“ 2005 angerichteten Schäden in den USA sowie der Ausfall libyscher Ölexporte im Jahr 2011. Zuletzt wurden 2022 wegen des Ukrainekriegs nationale Ölreserven freigegeben und das gleich zweimal.

apa

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