Hinzu kommt der demografische Wandel: Südtirol wird älter, die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter sinkt. Das wirkt sich direkt auf Personal, Öffnungszeiten und Betriebsorganisation aus – erhöht aber gleichzeitig die Bedeutung kurzer Wege. „Wer weniger mobil ist oder bewusst Auto-Fahrten reduzieren will, braucht ein Angebot im Ort. Nahversorgung ist auch Klimaschutz – durch weniger Verkehr, kurze Lieferketten und regionale Wertschöpfung“, unterstreicht Moser.
Selbstbedienungsläden als Lösung?
„Beobachten wir die Entwicklungen in Deutschland oder Österreich, so sehen wir, dass viele Orte und sogar Territorien „unterversorgt„ sind, weil es einfach keine Geschäfte mehr gibt“, so Moser. Vielerorts geht dort die Entwicklung hin zu vollautomatischen, modernen Selbstbedienungsläden - 24/7 zugängliche Dorfläden in Containerform, teils cashless, mit Touchscreen und App, barrierefrei, energieeffizient und mit Schwerpunkt auf regionalen Produkten.„Auch in Südtirol wird einzeln begonnen, über diese Form der Nahversorgung nachzudenken – wie etwa aktuell in Enneberg oder in Latsch. Solche Modelle können dort eine Brücke schlagen, wo etwa Personalverfügbarkeit oder Nachfolgefragen an Grenzen stoßen“, erklärt der hds-Präsident.
Aber für Philipp Moser steht eines absolut fest: „Diese Konzepte sind kein Ersatz für den klassischen Nahversorger – sie können eine wichtige Ergänzung sein. Sie zeigen, wie wir Versorgung auch unter veränderten Rahmenbedingungen sichern können, ohne die Grundidee der Nähe zu verlieren. Natürlich tut es weh, wenn damit die soziale Komponente der Nahversorgung verloren geht. Von daher ist vorerst alles daran zu setzen, dass unser heutiges Modell der Nahversorgung erhalten bleibt“, so Moser.

