Bereits im vergangenen Jahr zog die „ProWein“ deutlich weniger Fachpublikum an, und auch heuer setzte sich der Rückgang der Besucherzahlen fort. Knapp 40.000 Eintritte verzeichnete die Messe Düsseldorf.
Dass die Resonanz nachgelassen hat, bestätigt auch Eduard Bernhard, Direktor des Konsortiums Südtirol Wein: „Man hat einfach gemerkt, dass die Internationalität verloren gegangen ist“, so Bernhard. Die „Wine Paris“ in der französischen Hauptstadt scheint der „ProWein“ zunehmend den Rang abzulaufen. Laut Bernhart hat dies mehrere Gründe: „Zum einen logistisch, die Stadt ist größer, einfach erreichbar, und dann ist es die erste Messe im Jahr und hat gerade deshalb mehr Attraktivität“, erklärt er.
Dies spiegelt sich auch bei den Ausstellern wider. Während die Zahl der Südtiroler Winzer auf der „ProWein“ seit Jahren sinkt – im Jahr 2022 waren es noch 56 –, verzeichnet die „Wine Paris“ Anfang Februar wachsendes Interesse. Dennoch bleibt Deutschland einer der wichtigsten Hauptmärkte für die Südtiroler Weinwirtschaft. Solange die Messe existiert, werde Südtirol dort gemeinsam mit IDM präsent sein, so Bernhard.
Berg-Weine im Vordergrund
Thematisch rückte der Südtirol-Stand von IDM und dem Weinkonsortium in diesem Jahr vor allem Weine aus Berggebieten in den Fokus. „Die Berge sind das, was unseren Qualitätsprodukten und damit auch unserem Wein eine unverwechselbare, von Mitbewerbern nicht zu replizierende Identität verleiht. Deshalb richten wir den internationalen Fokus auf dieses Thema“, betont Thomas Fill, Direktor Agrar von IDM Südtirol.Deutschland: Zölle belasten Exportgeschäft
Im Rahmen der Messe stellte das Deutsche Weininstitut seine Bilanz zum Vorjahr vor. Das Ergebnis ist ernüchternd: Die Zölle haben den Exporten in die USA massiv geschadet. Die Liefermenge sank um 11 Prozent auf 118.000 Hektoliter. Besonders belastend: Deutsche Winzer mussten deutliche Preisnachlässe gewähren, um trotz der Zollbelastung auf dem US-Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Ausfuhrwert sank im Schnitt um 41 Cent auf 4,43 Euro pro Liter.Und Südtirol? Auch für die heimischen Produzenten bleibe die USA ein wichtiger Absatzmarkt trotz der US-Zölle, so Bernhard. „Jedoch gilt es auch bei uns zu klären, wie man die Mehrkosten in der Lieferkette weitergibt.“

