Donnerstag, 24. Juli 2025

Kürzungen bei EU-Agrarförderungen – Italiens Landwirtschaft unter Druck

Die von der EU-Kommission im nächsten EU-Mehrjahresbudget geplanten Reformen der Agrarpolitik stoßen auf Ablehnung – vor allem in Italien.

Die von der EU-Kommission im nächsten EU-Mehrjahresbudget geplanten Reformen der Agrarpolitik stoßen auf Ablehnung – vor allem in Italien. - Foto: © bauernbund

Der italienische Landwirtschaftsverband Coldiretti schlägt wegen der geplanten Kürzungen der EU-Agrarförderung Alarm. Über 770.000 landwirtschaftliche Betriebe in Italien könnten durch die Einschnitte in der europäischen Agrarpolitik (GAP) für die Jahre 2028-2034 schwer getroffen werden, warnt der größte Bauernverband Italiens.

Grund ist die von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgeschlagene Verschmelzung der Agrar- mit der Kohäsionspolitik zu einem einzigen Fonds. Coldiretti-Präsident Ettore Prandini sprach von einem „gefährlichen und kurzsichtigen Kurs“, da der 20-prozentige Rückgang der Agrarfördermittel die Lebensmittelsicherheit, Innovation und Nachhaltigkeit gefährde. Prandini kritisierte die Umverteilung der Gelder zugunsten der militärischen Aufrüstung, die den Frieden in Europa untergrabe.

Italiens Landwirtschaft sichere 4 Millionen Jobs

Die italienische Landwirtschaft habe einen gesamtwirtschaftlichen Wert von 707 Milliarden Euro und sichere 4 Millionen Arbeitsplätze. Prandini kündigte diplomatische Initiativen gegen die geplanten Kürzungen an und forderte, die gesamte Maßnahme innerhalb der nächsten zwei Jahre zu überarbeiten.

Nach Angaben von Prandini soll die „ländliche Entwicklung“ als eigenständige „zweite Säule“ der EU-Agrarpolitik verschwinden und in einem Fonds für territorialen, sozialen, ländlichen und maritimen Wohlstand und Sicherheit aufgehen. Dieser soll dann vor allem national verwaltet werden. Auch im Bereich der Agrar-Direktzahlungen würde nach den Plänen der EU-Kommission jedes Land unterschiedliche Förderungen zahlen.

apa

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