Ein Viertel der befragten Kellereien bewertete laut Wifo ihre Ertragslage als schlecht. Viele verzeichnen Umsatzrückgänge. Dies hat mehrere Gründe: Zum einen fiel die Ernte des Vorjahres aufgrund ungünstiger Witterungsbedingungen geringer aus, zum anderen erschweren schwierige Marktbedingungen die Lage.
„Gerade der Absatz in die USA ist wegen der Zollandrohungen und der später in Kraft getretenen Zölle beeinträchtigt“, erklärt Andreas Kofler, Präsident des Konsortiums Südtirol Wein. „Auch die Konjunkturprobleme führen zu einem generellen Konsumrückgang.“
Zwar sei der Preisdruck ebenfalls ein Thema, jedoch weitaus weniger als bei anderen Produkten. „Wein ist territorial gebunden, und für hochwertige Qualität wird daher auch ein höherer Preis akzeptiert“, so Kofler.
Für das kommende Jahr zeigen sich die Winzer zuversichtlicher. „Die Ernte war gut – trotz schwieriger Witterung. Wir hoffen und arbeiten stark daran, dass sich der Wein im nächsten Jahr gut absetzen lässt.“
Gute Entwicklung im Obstsektor
Optimistischer geht es im Obstsektor zu. Die Vermarktungskonsortien sprechen von einem insgesamt zufriedenstellenden Geschäftsjahr – getragen von einer soliden Ernte und einer positiven Preisentwicklung.Auch die heurige Erntemenge dürfte vielversprechend ausfallen. In Südtirol wird mit rund einer Million Tonnen gerechnet, was dem Niveau des Vorjahres entspricht. Ähnlich sieht es in Europa aus – ein Umstand, der den Markt allerdings anspruchsvoller macht. Für die kommenden Monate herrscht verhaltener Optimismus, besonders mit Blick auf die Nachfrage aus außereuropäischen Märkten.

