Mittwoch, 10. Dezember 2025

Kellereien kämpfen mit schwierigem Marktumfeld

Geteiltes Bild in der Landwirtschaft: Während Südtirols Obst- und Milchsektor steigende Umsätze verzeichnet, kämpfen Südtirols Kellereien mit schwierigen Marktbedingungen. Dies zeigt das Wifo-Barometer der Handelskammer.

Aufgrund der geringeren Erntemenge 2024 melden die Kellereien heuer einen Umsatzrückgang. - Foto: © Südtirol Wein/MintMediahouse


Ein Viertel der befragten Kellereien bewertete laut Wifo ihre Ertragslage als schlecht. Viele verzeichnen Umsatzrückgänge. Dies hat mehrere Gründe: Zum einen fiel die Ernte des Vorjahres aufgrund ungünstiger Witterungsbedingungen geringer aus, zum anderen erschweren schwierige Marktbedingungen die Lage.

„Gerade der Absatz in die USA ist wegen der Zollandrohungen und der später in Kraft getretenen Zölle beeinträchtigt“, erklärt Andreas Kofler, Präsident des Konsortiums Südtirol Wein. „Auch die Konjunkturprobleme führen zu einem generellen Konsumrückgang.“

Zwar sei der Preisdruck ebenfalls ein Thema, jedoch weitaus weniger als bei anderen Produkten. „Wein ist territorial gebunden, und für hochwertige Qualität wird daher auch ein höherer Preis akzeptiert“, so Kofler.

Für das kommende Jahr zeigen sich die Winzer zuversichtlicher. „Die Ernte war gut – trotz schwieriger Witterung. Wir hoffen und arbeiten stark daran, dass sich der Wein im nächsten Jahr gut absetzen lässt.“

Gute Entwicklung im Obstsektor

Optimistischer geht es im Obstsektor zu. Die Vermarktungskonsortien sprechen von einem insgesamt zufriedenstellenden Geschäftsjahr – getragen von einer soliden Ernte und einer positiven Preisentwicklung.

Auch die heurige Erntemenge dürfte vielversprechend ausfallen. In Südtirol wird mit rund einer Million Tonnen gerechnet, was dem Niveau des Vorjahres entspricht. Ähnlich sieht es in Europa aus – ein Umstand, der den Markt allerdings anspruchsvoller macht. Für die kommenden Monate herrscht verhaltener Optimismus, besonders mit Blick auf die Nachfrage aus außereuropäischen Märkten.

Hohe Marktpreise für Milch

Zuversichtlich zeigen sich auch die Milchbetriebe im Land. Sie profitieren derzeit von hohen Marktpreisen und einer guten Umsatzentwicklung sowohl auf dem italienischen als auch auf dem Südtiroler Markt. Weniger klar sind hingegen die Aussichten für 2026: Die Milchgenossenschaften rechnen laut Wifo nicht mit einem weiteren Umsatzanstieg, unter anderem wegen möglicherweise sinkender Verkaufspreise.

ber

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